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Paul GaoMercedes holt chinesischen McKinsey-Manager als Chief Strategy Officer

Der Autobauer schafft eine neue Funktion für den Top-Berater. Die Personalie dürfte auch eine Reaktion auf das schwieriger werdende Chinageschäft sein.Franz Hubik 21.06.2022 - 10:47 Uhr Artikel anhören

Der McKinsey-Berater wird neuer Chief Strategy Officer bei Mercedes-Benz.

Foto: Mercedes-Benz

München. Mercedes-Vorstandschef Ola Källenius holt sich einen ausgewiesenen Experten für China und Südostasien an die Seite. Wie der Stuttgarter Autobauer am Dienstag mitteilte, wird der McKinsey-Manager Paul Gao künftig als Chief Strategy Officer bei Mercedes fungieren. Diese Position wurde neu geschaffen. Gao startet am 1. Juli und berichtet direkt an Källenius.

Der Manager mit einem Hongkong-Pass hat in den USA und China studiert. Gao spricht fließend Englisch und Mandarin und ist seit mehr als zwei Jahrzehnten als Berater tätig. Seit 2003 ist der Manager in Hongkong für McKinsey tätig, zuletzt als Senior Partner. Zu seinen Klienten zählten große internationale Autobauer und Zulieferer ebenso wie chinesische Anbieter.

„Paul ist eine hervorragende Verstärkung für unser Team: ein anerkannter Stratege mit außergewöhnlichen analytischen Fähigkeiten“, betonte Källenius in einer internen Mitarbeiterbotschaft, die dem Handelsblatt vorliegt. Demnach soll Gao künftig „alle Aspekte der Mercedes-Benz-Strategie steuern, inklusive der Konzernstrategie“. Das ist insofern brisant, als Källenius erst Anfang des Jahres mit Carolin Strauß eine neue Strategiechefin ernannt hatte.

Laut Källenius wird Strauß aber weiterhin die Konzernstrategie verantworten. Hierarchisch gesehen ist Gao als „Vice President“ allerdings eine Ebene über Strauß angesiedelt, die eine „Director“-Funktion bekleide. So oder so will Källenius mit der Berufung von Gao sein Management-Team breiter und internationaler aufstellen.

Der engste Kreis bei allen strategischen Fragen bei Mercedes besteht nun aus Källenius, Finanzvorstand Harald Wilhelm, Chief Strategy Officer Goa, dem ehemaligen Bernstein-Analysten Max Warburton und Strategiechefin Strauß. Hinzu kommen je nach Fragestellung noch Entwicklungsvorstand Markus Schäfer und der Leiter der Fahrzeugstrategie Wolf-Dieter Kurz.

Mit der Expertise von Gao hofft Källenius darauf, bessere Einblicke in asiatische Schlüsselmärkte wie China zu erhalten und herauszufinden, welche spezifischen Anforderungen und Expansionsmöglichkeiten sich in weiteren südostasiatischen Märkten wie Indien, Thailand oder Vietnam ergeben.

China wird für Mercedes immer wichtiger

„Daher wird Paul Gao neben seinem Arbeitsplatz in der Stuttgarter Konzernzentrale auch mehrere Monate des Jahres von Peking aus arbeiten, um das Managementteam von Hubertus Troska zu unterstützen“, erklärt Källenius in dem internen Rundschreiben. Troska ist der China-Vorstand von Mercedes.

Die Volksrepublik ist mittlerweile der mit weitem Abstand wichtigste Einzelmarkt des Dax-Konzerns. Gut 37 Prozent der Neuwagen, die Mercedes verkauft, landen bei Kunden dort. Zum Vergleich: Vor einem Jahrzehnt lag der Absatzanteil von China an den gesamten Auslieferungen lediglich bei 15 Prozent.

Beobachter deuten die Berufung von Gao daher auch als Signal, dass Källenius jede Regung in dem für Mercedes existenziell wichtigen Markt verstehen will. Zumal die geopolitischen Spannungen zwischen dem Westen und China zunehmen: Die Volksrepublik wird in Europa und den USA wegen Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Minderheit der Uiguren scharf kritisiert.

Mercedes hat darüber hinaus mit Eric Li, dem Gründer des Autobauers Geely (Volvo, Lotus), und dem Pekinger Staatskonzern BAIC gleich zwei chinesische Großaktionäre. Beide halten jeweils fast zehn Prozent der Anteile.

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