Videosprechstunde: Wie Anbieter trotz Limitierung wachsen wollen
Seit April sind die digitalen Artkonsultationen begrenzt.
Foto: dpaDüsseldorf. Seit der Coronapandemie ist die Videobehandlung im Trend. Ärzte wichen auf sie aus, um ihr Personal und sich vor einer Coronainfektion zu schützen. Dass sie an der virtuellen Sprechstunde festhalten, zeigt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Während TK-Versicherte 2019 in der zweiten Jahreshälfte 297-mal einen Arzt per Video kontaktierten, waren es im gleichen Zeitraum 2020 361.000 Versicherte. 580.000 Versicherte sprachen einer Ärztin im ersten Halbjahr 2021 im Videochat.
Obwohl immer mehr Menschen das Angebot nutzen, wird die Videosprechstunde seit April beschränkt. Im März 2020 ermöglicht eine Ausnahmeregelung Ärztinnen, die Videosprechstunde unbegrenzt abzurechnen. Am 1. April 2022 ist diese Sonderregelung ausgelaufen. Ärzte können pro Quartal nur noch 30 Prozent aller Behandlungen als Videosprechstunde abrechnen. Die entsprechenden Videodienste müssen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zertifiziert werden. Handelsblatt Inside hat mit Anbietern über die Beschränkung, ihre Wachstumschancen und strategischen Ausrichtungen gesprochen.
Arztkonsultation: Das elektronische Rezept als Wachstumschance
Das Start-up Arztkonsultation wurde 2017 gegründet und hat seinen Sitz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Geschäftsführer Peter Zeggel hat in den vergangenen Monaten eine konstant hohe Nachfrage wahrgenommen. Auch Heilberufler wie Logopädinnen und Ergotherapeutinnen würden Zeggel zufolge häufiger Videosprechstunden einsetzen. „Einen Corona-Effekt“ spüre das Unternehmen aber noch nicht. „Auch die Nutzungsintensität bewegt sich in etwa auf dem Niveau der Vorjahre“, sagt er. Die Beschränkungen für Hausärzte habe bislang keinen Einfluss auf sein Geschäft: „Der überwiegende Teil unserer Kunden kommt nicht an die 30 Prozent-Marke heran oder ist von den Beschränkungen gar nicht betroffen.“