Immobilien: Verschuldungsgrad bei Adler Group steigt – Nettoverlust von 604 Millionen Euro
Die Tochter des Immobilienkonzerns hat viele eigene Baustellen.
Foto: imago images/Achille AbboudDüsseldorf, Berlin. Der krisengeplagte Immobilienkonzern Adler Group hat im ersten Halbjahr 2022 einen Verlust von 604,4 Millionen Euro gemacht und nähert sich beim Nettoverschuldungsgrad einem kritischen Grenzwert. Dies geht aus dem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Konzernzwischenbericht hervor. Zudem wird das im SDax notierte Unternehmen für 2021 seinen Aktionären keine Dividende ausschütten.
Als Gründe für den hohen Verlust führt Adler drei Faktoren an. Auf dem schwächelnden Immobiliensektor habe man angesichts der „jüngsten Marktentwicklungen“ Kreditrisiken von Forderungen aus dem Immobilienverkauf neu eingeschätzt, „was zu einmaligen, nicht Cash-wirksamen Wertberichtigungen in Höhe von 375,1 Millionen Euro“ geführt habe.
Zudem sei der Zeitwert der Anlageimmobilien um 147,4 Millionen Euro gesunken. Weitere 91,4 Millionen Euro Verlust resultieren aus dem Abschreiben des verbliebenen Goodwill der Tochter Consus Real Estate. Damit hat Adler den erst 2020 für mehr als eine Milliarde Euro erworbenen Projektentwickler Consus vollständig abgeschrieben.
Der Adler-Gruppe gehören mehr als 26.000 Wohnungen, 6000 weitere Einheiten befinden sich laut Unternehmen in der Entwicklungsphase. Die Mieteinnahmen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 195,4 Millionen Euro.