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VolksbankGenossenschaftsbanken planen Milliarden-Fusionen

In diesem Jahr schließen sich gleich mehrere Genossenschaftsbanken in Ballungsräumen zusammen oder kündigen eine Fusion an – nun auch die Volksbanken in Mainz und Darmstadt.Elisabeth Atzler 16.09.2022 - 16:27 Uhr Artikel anhören

Die Zahl der Volksbanken mit einer Bilanzsumme von zehn Milliarden Euro und mehr wächst – dank weiterer Fusionen.

Foto: dpa

Frankfurt. Unter den Volksbanken bahnt sich erneut eine besonders große Fusion an. Die Mainzer Volksbank und die Volksbank Darmstadt-Südhessen wollen sich zusammenschließen. Das teilten die beiden Geldhäuser zu Wochenbeginn mit. Das fusionierte Geldhaus kommt auf eine Bilanzsumme von rund 14 Milliarden Euro.

Aktuell sind nur zwei Volksbanken größer – die Berliner Volksbank und die Frankfurter Volksbank. Mit der Fusion der Volksbanken aus Mainz und Darmstadt gibt es also künftig eine zweite sehr große Genossenschaftsbank in der Rhein-Main-Region.

Der Chef der Mainzer Volksbank, Uwe Abel, begründete den Zusammenschluss damit, dass man jetzt „aus einer Position der Stärke heraus selbst aktiv werden“ wolle. „Es ist ein strategischer Schritt, um uns für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen.“

Er verwies auf große Infrastrukturprogramme im Rhein-Main-Gebiet, auch mit Blick auf die Bauwirtschaft, sowie darauf, dass durch die Energieknappheit große Veränderungen auf die Kunden, auf Unternehmen wie Privatleute zukämen. „In diesem Zusammenhang wird es notwendig sein, noch größere Kreditvolumina als bisher zu stemmen.“

Die fusionierte Bank soll ihren Hauptsitz in Mainz haben. Geplant ist, dass die Vertreter, die die Mitglieder und somit die Eigentümer der Geldhäuser repräsentieren, jeweils Mitte Mai über den geplanten Zusammenschluss abstimmen. Per Ende 2021 hatte die Mainzer Volksbank eine Bilanzsumme von knapp 8,2 Milliarden Euro, ihr Darmstädter Pendant kam auf 5,3 Milliarden Euro.

Fusion der Volksbanken aus Rosenheim und Ingolstadt geplant

Der genossenschaftliche Sektor ist mit Blick auf die Banken vor Ort sehr kleinteilig. Ende vergangenen Jahres gab es noch 770 selbstständige Genossenschaftsbanken. Zwar sind Zusammenschlüsse kein neues Phänomen – 1970 war ihre Zahl noch fast zehnmal so hoch.

770
Genossenschaftsbanken
gab es Ende 2021 in Deutschland. 1970 waren es noch fast zehn Mal so viele.

Ungewöhnlich ist aber die Häufung vergleichsweise großer Fusionen. Ende Juli erst kündigten die Rosenheimer Meine Volksbank Raiffeisenbank und die Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte aus Ingolstadt an, dass sie im kommenden Jahr verschmelzen wollen. Mit einer Bilanzsumme von 16 Milliarden Euro entsteht die voraussichtlich zweitgrößte Volksbank.

Vor knapp einem Jahr wurde bekannt, dass sich in Baden-Württemberg drei Volksbanken zusammentun wollen – Karlsruhe, Pforzheim und Remchingen. Die „Volksbank pur“, wie sie sich nach dem Zusammenschluss nennen wird, erreicht eine Bilanzsumme von zwölf Milliarden Euro. Die Fusion wird am 4. Oktober rechtlich vollzogen, am 14. Oktober folgt die IT-Umstellung.

Bereits in diesem Jahr fusioniert sind die Verbundvolksbank OWL mit Hauptsitz in Paderborn und die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten, die zuletzt auf knapp zehn Milliarden Euro Bilanzsumme kam. Die technische Umstellung, die auch die IT der beiden Banken zusammenschiebt, steht am kommenden Wochenende an.

Nach dem Spitzeninstitut des Sektors, DZ Bank, ist die Apotheker- und Ärztebank mit einer Bilanzsumme von 67 Milliarden Euro die zweitgrößte deutsche Genossenschaftsbank. Es folgt die Berliner Volksbank mit gut 17 Milliarden Euro, danach rangieren die BBBank, die Sparda-Bank Baden-Württemberg und die Frankfurter Volksbank.

32
Millionen Euro
Bilanzsumme hat die kleinste Genossenschaftsbank Deutschlands, die schwäbische Raiffeisenbank Maitis.

Der Unterschied zwischen sehr großen und den kleinsten Genossenschaftsbanken ist bereits enorm. Von der Bilanzsumme her – 32 Millionen Euro – ist die schwäbische Raiffeisenbank Maitis die kleinste Genossenschaftsbank. Kleine Genossenschaftsbanken gibt es auch in anderer Hinsicht: die Raiffeisenbank Gammesfeld, die weiterhin als große Ausnahme mit nur einem hauptamtlichen Vorstand arbeitet. Ihre Bilanzsumme betrug zuletzt 36 Millionen Euro.

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Die Raiffeisenbank Struvenhütten wiederum fusionierte kürzlich mit einem größeren Nachbarinstitut. Sie hatte eine Bilanzsumme von 21 Millionen Euro.

Erstpublikation: 14.09.2022, 16:21 Uhr.

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