Mutmaßliche Steuerhinterziehung: Alfons Schuhbeck droht Gefängnisstrafe – doch der Starkoch schweigt vor Gericht
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Star-Koch Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor.
Foto: dpaMünchen. Ganz in Weiß wandelte Alfons Schuhbeck in seiner Welt. Egal, ob in einem seiner Etablissements am Platzl in München gleich neben dem Hofbräuhaus oder beim Feiern im Theaterzelt „Teatro“ wie jüngst beim Oktoberfest – er zelebrierte den Starkoch, mit dem Emblem des FC Bayern München auf der Brust des hellen Arbeitskittels. Ein Platzlhirsch. Der Mann, den man aus dem Bayerischen Fernsehen oder seinen etlichen Kochbüchern kennt, verwöhnte auch die Fußballer des Spitzenklubs.
An diesem Mittwochmorgen steht der Dauer-Botschafter der Marke Schuhbeck nicht in Kochkluft, sondern im dunklen Anzug – ohne Krawatte, mit Einstecktuch – im edlen Münchener Justizpalast. Die minutenlange Fotografen-Session überwindet er stehend und stoisch. Es gab schon bessere Zeiten. In Saal 134 wird der Maître de Cuisine vom Landgericht I wegen Steuerhinterziehung angeklagt.
Angesichts der vermuteten Schadensumme von mehr als zwei Millionen Euro droht ihm sogar Gefängnis – so wie einst dem Bayern-Granden Uli Hoeneß, der im selben Raum verurteilt wurde. Schuhbeck, dessen verkleinertes Imperium längst vom Insolvenzverwalter beaufsichtigt wird, schweigt an diesem Tag zu den Vorwürfen in Saal 134. Er gibt anfangs nur leise, leicht vernuschelt, seine Personalien an: Geburtsname „Karg“, Beruf „Gastronom“.