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WagniskapitalAndera Partners sammelt Rekordsumme für neuen Biotech-Fonds ein

Die europäische Investmentgesellschaft investiert in junge Biotech- und Medizintechnikunternehmen. Der Standort Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle.Maike Telgheder 10.10.2022 - 15:38 Uhr Artikel anhören

Risikokapitalgeber Andera Partners investiert stark in Biotech- und Medtech-Unternehmen.

Foto: Imago/Westend61

Frankfurt. Die Risikokapitalgesellschaft Andera Partners hat für ihren neuesten Life-Science-Fonds eine Rekordsumme eingesammelt: Insgesamt 456 Millionen Euro kamen von bestehenden und neuen Investoren zusammen, wie Andera am Montag bekannt gab.

Zu den Geldgebern zählen Dachfonds, Versicherungsgesellschaften, Vorsorgeeinrichtungen, Family-Offices und auch Pharmaunternehmen. Mit den frischen Mitteln will Andera nun in vielversprechende junge Biotech- und Medizintechnikunternehmen in Europa und den USA investieren.

Aus Sicht der Gesellschaft bestätigt die Größenordnung des neuen Fonds die Attraktivität und Bedeutung der Biotech- und Medtechbranche. Der Fonds namens „BioDiscovery 6“ ist fast ein Drittel größer als sein Vorgänger: 2018 sammelte Andera Partners mit „BioDiscovery 5“ rund 345 Millionen Euro ein. „Die dynamische Entwicklung der BioDiscovery-Fondsfamilie zeugt vom wachsenden Interesse der Investoren an der Finanzierung medizinischer Innovationen“, sagt Partner Olivier Litzka.

Bereits im letzten Jahr hatte die Branche laut Biotechreport der Beratergesellschaft EY große Fonds bei Venture-Capital-Unternehmen gesehen: So sammelte EQT Life Science mit seinem LSP7-Fonds rund 850 Millionen Euro ein, Sofinova warb rund 470 Millionen Euro ein. Während die Kapitalbeschaffung für Biotechnologie-Unternehmen an den volatilen Finanzmärkten derzeit schwierig ist, gibt es nach Ansicht von Litzka ausreichend Geld von Wagniskapitalgebern.

Andera Partners will rund zwei Drittel des eingeworbenen Kapitals in Unternehmen investieren, die innovative Therapeutika entwickeln. Ein Drittel soll an Firmen gehen, die an neuen Medizinprodukten arbeiten. Regional betrachtet sollen etwa ein Drittel des Geldes in die USA fließen und zwei Drittel nach Europa.

Geld für gezielten Kampf gegen Tumore

Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle: Etwa 15 bis 20 Prozent der Gelder aus den Life-Science-Fonds von Andera Partners werden nach Angaben von Litzka in hier ansässige Unternehmen investiert.

Bisher hat der neue Fonds sechs Unternehmen in Europa und den UA unterstützt, darunter den Münchener Krebsspezialisten Tubulis. Das Unternehmen entwickelt sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), mit denen gezielt Tumore angegriffen werden sollen.

Dabei sorgen die Antikörper dafür, dass das Chemotherapeutikum, also das Zellgift, direkt zum Tumor gebracht wird. Auf diese Weise sollen Krebszellen zielgerichtet zerstört werden, was idealerweise mit weniger Nebenwirkungen als eine im ganzen Körper wirkende Chemotherapie einhergeht.

Andera Partners mit Hauptsitz in Paris und Niederlassungen in Antwerpen und München investiert seit mehr als zwei Jahrzehnten in den Bereich Life-Science. Mit der BioDiscovery-Fondsfamilie wurden bislang mehr als 1,1 Milliarden Euro eingeworben, die in mehr als 80 Biotech- und Medtech-Unternehmen in den USA und Europa investiert wurden. Bisher gab es in der Gruppe dieser Unternehmen mehr als 40 Exits und 20 Börsengänge.

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