Steuerskandal: Fahnder in Fitschens Wohnung – Staatsanwaltschaft setzt Razzia bei der Deutschen Bank fort
Der Vorwurf: Fitschen soll mehrere Steuererklärungen unterschrieben haben, die womöglich falsche Angaben enthielten.
Foto: dpaFrankfurt. Die Razzia bei der Deutschen Bank dauert an. Die Staatsanwaltschaft Köln durchsucht an diesem Mittwoch nicht nur die Zentrale der Bank an der Taunusanlage in Frankfurt, sondern auch die Wohnungen von zehn beschuldigten Personen. Zu den Verdächtigen zählt der ehemalige Co-Vorstandsvorsitzende Jürgen Fitschen.
Fitschen bekam auch privat Besuch von Ermittlern. Er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, mehrere Steuererklärungen unterschrieben zu haben, die womöglich falsche Angaben enthielten. Fitschen reagierte auf Anfrage nicht. Sein Verteidiger Hanns Feigen bestätigte, dass er in der Sache für Fitschen tätig ist, wollte sich aber nicht äußern. Bloomberg hatte über die Ermittlungen gegen Fitschen zuerst berichtet.
Die Maßnahmen stehen nach Auskunft der federführenden Staatsanwaltschaft Köln „im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften sowie verwandten Steuerhinterziehungsmodellen“. Die Ermittler, die bereits am Dienstag ihre Razzia begonnen haben, sind auf der Suche nach relevanter Kommunikation in Form von E-Mails und sonstiger schriftlicher Korrespondenz.
Offenbar geht es den Behörden nicht nur um die Beteiligung der Deutschen Bank an klassischen Cum-Ex-Geschäften. Mit dem lateinischen Begriff werden Aktienkreisgeschäfte rund um den Ausschüttungstermin mit (cum) und ohne (ex) Dividende bezeichnet. Hierbei ging es den Akteuren darum, sich eine nur einmal abgeführte Kapitalertragsteuer doppelt erstatten zu lassen.