Zwischenwahlen in den USA: Drei Gründe, warum die Midterms über den nächsten US-Präsidenten entscheiden
Die Midterms sind enorm wichtig für den Präsidenten: Danach will er entscheiden, ob er 2024 erneut als Präsident kandidiert.
Foto: ReutersWashington. Es gibt eine Anekdote, die US-Präsident Joe Biden im Wahlkampf auffallend häufig erzählt. So wie in dieser Woche in Washington, als er demokratische Großspender zum Abendessen traf. „Wisst ihr, als ich mich mit Xi Jinping im Hochland von Tibet traf …“, erinnerte sich Biden. Die Begegnung liegt mehr als zehn Jahre zurück, Biden war damals Vize von Präsident Barack Obama.
Der heutige chinesische Staatschef habe ihn gefragt: „Können Sie mir Amerika erklären?“ Biden antwortete: „Endlose Möglichkeiten. Wir können alles schaffen.“ Vielleicht, so Biden, sei diese Haltung ein Grund, warum manch einer die Amerikaner „zu arrogant“ finde: „Wir sind eben die einzige Nation der Welt, die stärker aus Krisen hervorgeht.“
Die Episode sagt viel aus über Biden und wie er von seinen Anhängern gesehen werden will. Sie enthält eine Prise amerikanischen Pathos, einen subtilen Hieb gegen China, sie unterstreicht Bidens Selbstbild als langjähriger Staatenlenker.
Bidens Erfahrung dürfte ein Grund sein, warum die Mehrheit der US-Amerikaner ihn 2020 im Rennen gegen Donald Trump wählte. Die Kongresswahlen am 8. November sind der erste wichtige Stimmungstest für Biden als Präsident - und sie werden darüber entscheiden, ob Joe Biden für eine zweite Amtszeit antreten will und kann.