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BuchempfehlungenDiese zehn Sachbücher müssen Sie gelesen haben

Noch vier Wochen bis Weihnachten. Zeit, innezuhalten – mit einem guten Buch. Die Handelsblatt-Redaktion stellt lohnende Sachbücher vor.Erik Acker, Florian Kolf, Anne Koschik, Alexander Möthe, Corinna Nohn, Claudia Panster, Christian Rickens, Simone Wermelskirchen und Roman Winkelhahn und Michael Brackmann 02.12.2022 - 13:36 Uhr Artikel anhören

Die dunkle Jahreszeit eignet sich besonders für ein gutes Buch.

Foto: Handelsblatt

Wenn der Advent beginnt, ist es oft nicht nur besinnlich, sondern ebenso hektisch. In den stressigen Wochen vor Weihnachten ist es wichtig, sich kleine Auszeiten zu schaffen.

Das Handelsblatt hat zehn Sachbücher ausgewählt, die Spaß machen zu lesen und lehrreich zugleich sind. Biografie, Historie, Atlas, Kinderbuch – für jeden ist etwas dabei. Wenn nicht für einen selbst, dann zumindest als Geschenkidee.

Buchempfehlung Nr. 1: Blutgetränktes Epochengemälde

Tim Blanning: Glanz und Größe DVA München 2022 927 Seiten 49 Euro Übersetzung: Richard Barth, Jörn Pinnow Foto: Handelsblatt

Die Epoche zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Ende der Napoleonischen Kriege wird als „Zeitalter der Aufklärung“ bezeichnet. Das ist auch nicht falsch, weil Vernunft und Rationalität nun ihren Siegeszug antraten. Wurden 1648 noch Gebete gesprochen und Kirchenglocken geläutet, um Gewitter abzuwehren, installierte man 1815 Blitzableiter. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, wie der britische Historiker Tim Blanning in seinem Buch „Glanz und Größe“ zeigt.

Genauso gut könnte man die Epoche zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Wiener Kongress nämlich auch als „Zeitalter des Glaubens“ interpretieren – die Gründung neuer, repräsentativer Klöster erlebte eine Hochkonjunktur, die Volksfrömmigkeit explodierte. In Florenz etwa lebten Mitte des 17. Jahrhunderts mehr Nonnen als verheiratete Frauen. Die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung, das verdeutlicht Blanning, ist kein linearer Fortschrittsprozess. Sie resultiert vielmehr aus dialektischen Wechselbeziehungen, beispielsweise der Spannung zwischen Gefühls- und Vernunftkultur.

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