Buchempfehlungen: Diese zehn Sachbücher müssen Sie gelesen haben
Die dunkle Jahreszeit eignet sich besonders für ein gutes Buch.
Foto: HandelsblattWenn der Advent beginnt, ist es oft nicht nur besinnlich, sondern ebenso hektisch. In den stressigen Wochen vor Weihnachten ist es wichtig, sich kleine Auszeiten zu schaffen.
Das Handelsblatt hat zehn Sachbücher ausgewählt, die Spaß machen zu lesen und lehrreich zugleich sind. Biografie, Historie, Atlas, Kinderbuch – für jeden ist etwas dabei. Wenn nicht für einen selbst, dann zumindest als Geschenkidee.
Buchempfehlung Nr. 1: Blutgetränktes Epochengemälde
Die Epoche zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Ende der Napoleonischen Kriege wird als „Zeitalter der Aufklärung“ bezeichnet. Das ist auch nicht falsch, weil Vernunft und Rationalität nun ihren Siegeszug antraten. Wurden 1648 noch Gebete gesprochen und Kirchenglocken geläutet, um Gewitter abzuwehren, installierte man 1815 Blitzableiter. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille, wie der britische Historiker Tim Blanning in seinem Buch „Glanz und Größe“ zeigt.
Genauso gut könnte man die Epoche zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Wiener Kongress nämlich auch als „Zeitalter des Glaubens“ interpretieren – die Gründung neuer, repräsentativer Klöster erlebte eine Hochkonjunktur, die Volksfrömmigkeit explodierte. In Florenz etwa lebten Mitte des 17. Jahrhunderts mehr Nonnen als verheiratete Frauen. Die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung, das verdeutlicht Blanning, ist kein linearer Fortschrittsprozess. Sie resultiert vielmehr aus dialektischen Wechselbeziehungen, beispielsweise der Spannung zwischen Gefühls- und Vernunftkultur.