Aktien: So gibt's die Quellensteuer auf ausländische Dividenden zurück
Ausländische Aktien, wie die von Nestlé, werden trotz Doppelbesteuerungsabkommen teilweise zu hoch besteuert.
Foto: ReutersFrankfurt. Es ist die Zeit der Dividendenjäger. Unternehmen im In- und Ausland schütten Gewinnbeteiligungen in Rekordhöhe aus. Viele Anleger würden gern auch bei ausländischen Titeln zugreifen, wie beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH, dem norwegischen Aluminiumriesen Norsk Hydro oder der spanischen Telefonica. Doch die damit einhergehende Steuerproblematik lässt viele zurückschrecken, beobachtet Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer bei der Anlegervereinigung DSW. Er warnt zugleich: „Dieser Home-Bias bei der Geldanlage verschlechtert das Risikoprofil.“
Bei Dividenden aus dem Ausland halten der ausländische und der deutsche Fiskus die Hand auf. Trotz Doppelbesteuerungsabkommen müssen Anleger sich die zu viel gezahlten Steuern faktisch selbst zurückholen. Doch das ist so komplex, dass die Deutschen lieber jährlich eine Milliarde Euro liegen lassen.
Nur wenige Banken helfen dabei. Daniel Bauer, Vorsitzender der Aktionärsvereinigung SdK, weiß: „Meist ist es dann auch so teuer, dass es sich für den durchschnittlichen Privatanleger schon gar nicht mehr lohnt.“ Das Start-up Divizend will dieses Problem nun lösen.
Quellensteuer in Deutschland: Doppelbesteuerungsabkommen mit 95 Ländern
Bei der Dividendenzahlung behält der Fiskus des jeweiligen Heimatlands des Unternehmens („Quellenstaat“) einen Teil der Dividende als Quellensteuer ein. Parallel führt auch der deutsche Fiskus noch einmal Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer) ab.