Wirtschaftsprüfung: Aufspaltung von EY verzögert sich – Börsengang der Beratung frühestens 2024
Das US-Unternehmen will das Prüfungsgeschäft und die Beratung voneinander trennen.
Foto: dpaDüsseldorf. Die geplante Aufspaltung der Prüfungsgesellschaft EY wird sich deutlich verzögern. Die großen Landesgesellschaften des EY-Netzwerks werden voraussichtlich erst bis Ende des ersten Quartals 2023 über das Projekt „Everest“ abgestimmt haben, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen.
Das Projekt sieht die Aufteilung in eigenständige Konzerne für Beratung und Prüfung vor, was einer Revolution in der Wirtschaftsprüferbranche gleichkommt.
Grund für die Verzögerung sei die komplexe Aufteilung der finanziellen und personellen Ressourcen, heißt es in den Kreisen weiter. Die Partner sollen ein möglichst klares Bild auf dem Tisch haben, wie der stark integrierte Konzern im Detail getrennt werden soll – und zu welchen Bedingungen.
Dem ursprünglichen Zeitplan zufolge sollten sie noch in diesem Jahr über den Vorschlag der globalen EY-Führung abstimmen. Die rechtliche und organisatorische Trennung sollte bis Mitte 2023 vollzogen sein. Jetzt peilt EY als Stichtag für die globale Aufspaltung den 1. November 2023 an, wie es in den Kreisen heißt.
Damit rückt auch der für Herbst oder spätestens Winter avisierte Börsengang des abgespaltenen Beratungskonzerns in die Ferne. Eine Notierung an der Wall Street dürfte sich mindestens bis ins erste Quartal 2024 verzögern. Die EY-Führung rechnet aber weiter fest damit, dass eine Mehrheit der Partner dem Vorhaben zustimmen wird.