EU-Klimaschutzpaket: Reform des Emissionshandels macht CO2-Ausstoß teurer
Mit der Reform des EU-Emissionshandels soll künftig im Prinzip für jede entstandene Tonne CO2 ein Zertifikat gekauft werden.
Foto: imago images/imagebrokerBrüssel. Die deutsche Bundesregierung scheint sich noch nicht einig zu sein, wie sie den in der Nacht zum Sonntag verhandelten Deal bewertet. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem „Durchbruch für den Klimaschutz“, der die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sichere.
Verhandler berichten dagegen von mehreren Interventionen aus dem Bundeskanzleramt, das bis zuletzt nicht einverstanden mit den gefundenen Kompromissen gewesen sei. Dass Deutschland dem Deal zustimmen werde, sei daher unsicher, so die Teilnehmer der Runde in Brüssel. Ohne die deutsche Stimme wäre eine Mehrheit im Rat der Europäischen Union unsicher.
Die Deutschen hatten unter anderem darauf gedrängt, die Stahlindustrie erst nach einer längeren Übergangsphase voll für ihren CO2-Ausstoß bezahlen zu lassen. Die Branche selbst reagierte allerdings zumindest teilweise erleichtert: „Der Kompromiss ist für die Stahlindustrie deutlich besser als der ursprüngliche Vorschlag“, sagte Eurofer-Generaldirektor Axel Eggert dem Handelsblatt. Entscheidend sei, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandel den Investitionen in der Branche zugutekommen und bald ausreichende Mengen an erneuerbarem Strom und Wasserstoff verfügbar seien.