Immobilien: Adler-Gruppe: „Kein belastender Befund“ – White & Case prüft 800.000 Dokumente
Viele Projekte der Adler-Group stehen still. Der Immobilienkonzern steckt in einer Dauerkrise.
Foto: Verfürden/HandelsblattDüsseldorf, Berlin. Im Ringen um das Vertrauen von Investoren und Wirtschaftsprüfern soll ein Untersuchungsbericht den angeschlagenen Immobilienkonzern Adler Group entlasten. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, habe eine internationale Anwaltskanzlei 800.000 elektronische Dokumente wie E-Mails oder Kalendereinträge geprüft und keine Hinweise auf Fehlverhalten gefunden.
Die Dokumente hatte Adler im vergangenen Jahr Forensikern und Abschlussprüfern von KPMG vorenthalten. Handelsblatt-Informationen zufolge handelt es sich bei der Kanzlei, die nun die Untersuchung durchführte, um die US-Sozietät White & Case.
Die Überprüfung habe „keinen belastenden Befund“ ergeben, teilte Adler mit. Einem künftigen Abschlussprüfer will Adler den Bericht „selbstverständlich zur Verfügung“ stellen, so der Konzern, der seit Monaten vergeblich einen neuen Abschlussprüfer sucht. Direkten Einblick in die ursprünglichen Dokumente will Adler aber offenbar nicht gewähren. „Sämtliche abschlussprüfungsrelevanten Daten sind bereits in einem Datenraum zusammengestellt worden“, teilte der Konzern lediglich mit.
Auslöser der Untersuchung war die Entscheidung der Prüfgesellschaft KPMG, der Adler-Gruppe das Testat für den Jahresabschlusses 2021 zu verweigern. Die Prüfer verwiesen Ende April 2021 auf mangelnde Informationen Adlers zu Geschäften mit nahestehenden Personen.