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ChatGPTWas Sie über OpenAIs KI wissen sollten

Die Texte der Künstlichen Intelligenz ChatGPT lassen Nutzer staunen, Microsoft investiert Milliarden. Der neue Chatbot von OpenAI zeigt, was KI kann – und was nicht.Thomas Jahn 19.06.2023 - 11:23 Uhr Artikel anhören

Noch ist die künstliche Intelligenz von OpenAI für registrierte Nutzer umsonst.

Foto: Bloomberg

Düsseldorf. Seit November 2022 ist ChatGPT zugänglich und überrascht mit Texten und Dialogen, die vom Menschen sein könnten.

Noch gibt es auch hier Probleme wie falsche oder fehlerhafte Informationen oder schablonenhafte Antworten. Aber die Fortschritte sind klar erkennbar, das zu Grunde liegende Sprachmodell GPT wird fortlaufend verbessert, Microsoft will in den kommenden Jahren rund 13 Milliarden Dollar investieren. Was macht ChatGPT so viel besser? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer hat OpenAI gegründet?

2015 startete OpenAI als Stiftung in San Francisco. Namhafte Tech-Unternehmer wie Elon Musk, Peter Thiel, Reid Hoffman oder Sam Altman gaben insgesamt eine Milliarde Dollar, um ein Ziel zu verwirklichen: eine Künstliche Intelligenz zu entwickeln, die „der gesamten Menschheit nutzt“, wie es in der Satzung heißt.

Elon Musk schied schon 2018 aus, weil der von ihm geführte Autobauer Tesla selbst eine KI entwickelte und es zu Meinungsverschiedenheiten mit Altman über die Kooperation mit Microsoft kam. Ein Jahr später kam es zur Zäsur: Der Stiftung ging das Geld ging aus, denn Rechenkapazitäten und die entsprechenden Fachleute sind teuer. Auch war es nicht einfach, Experten zur Stiftung zu holen – schließlich winken bei Google oder Meta hohe Gehälter und Aktienoptionen.

Wem gehört OpenAI?

Daher wurde eine gewinnorientierte Tochter gegründet, die von Gründer Altman geführt wird. Alle Mitarbeiter der Stiftung erhielten Anteile, Microsoft investierte eine Milliarde Dollar, auch Risikokapitalgeber wie Khosla Venture oder die Stiftung von LinkedIn-Gründer Hoffman kamen an Bord.

Heute ist OpenAI mit einer Bewertung von 29 Milliarden Dollar eines der wertvollsten Start-ups der USA. Die Beteiligungen sind kompliziert geregelt, um der Stiftungsstruktur gerecht zu werden. Laut verschiedenen US-Tech-Medien hält Microsoft 49 Prozent an der Firma, die bereits existierenden Investoren kommen zusammen ebenfalls auf 49 Prozent. Die Stiftung besitzt die restlichen zwei Prozent – und hat bei wichtigen Entscheidungen das letzte Wort.

Für was steht ChatGPT?

Der Name steht für „Chat Generative Pre-trained Transformer“. Kern des Textroboters ist das Sprachmodell GPT, das mit riesigen Datenmengen trainiert wird. In der Version GPT 3.5 verfügt es über 175 Milliarden Parameter und 800 Gigabyte an Speicherkapazität.

Die KI basiert auf dem Transformer-Modell – dem T in GPT – , das mithilfe von neuronalen Netzen menschliche Eingaben versteht und in natürlich klingende Texte, täuschend echte Bilder oder gut klingende Musik „transformiert“. ChatGPT kann aber nur Texte erstellen oder zusammenfassen und Computercode programmieren.

Was kann GPT-4?

OpenAI brachte das neue Sprachmodell im März 2023 auf den Markt. Technische Details wie Anzahl der Parameter wurden nicht veröffentlicht. Laut dem Start-up ist GPT-4 der Vorgängerversion in vielen Bereichen überlegen. So soll es um 40 Prozent besser Fakten wiedergeben als GPT-3.5 und um 82 Prozent weniger wahrscheinlich auf unerlaubte Anfragen antworten.

GPT-4 kann neben Texten auch Bilder oder Audio als Inputquelle verwerten, es ist ein „Multimodal Large Language Model“ (MLLM). So erkennt GPT-4 beispielsweise eine Serviette auf einem Foto. Steht darauf geschrieben, dass es eine bestimmte Website codieren soll, kann die KI auch das erledigen. „Allerdings kann ich nicht immer garantieren, dass GPT-4 akkuraten oder funktionierenden Code herstellt“, kommentiert die KI.

Zudem analysiert und schreibt GPT-4 mit rund 24.000 Wörtern viermal so lange Texte. Dazu kommen Neuheiten wie eine „Systembotschaft“. Mit ihr können Nutzer der KI eine genaue Nutzung oder einen Nutzungsstil vorschreiben. Damit könnte die KI etwa als Tutor eingesetzt werden, der mit bestimmten Vorgaben wie Lernzielen oder Förderbereichen auf einen bestimmten Studenten zurechtgeschnitten ist.

Wie arbeitet ChatGPT?

Das Modell arbeitet nach dem Prinzip des bestärkenden Lernens. Dabei entwickelt das Programm in mehreren Stufen selbstständig eine Strategie, die mit „Belohnungen“ gesteuert wird. Das kann positives oder negatives Feedback sein, das in den ersten Stufen von Menschen überwacht und gegeben wurde. Auf der höchsten Stufe optimiert sich das Programm mit der sogenannten „Proximal Policy Optimization“ (PPO) selbst.

Allerdings kann das Modell nur so gut sein wie die Daten. Sind dort beispielsweise rassistische Vorurteile enthalten, gibt das Programm sie auch wieder. Um das zu vermeiden, setzten die Entwickler von OpenAI auf einen „Moderationsfilter“, der sich bislang nicht schlecht schlägt.

Wie kann ich ChatGPT öffnen?

Jeder kann ChatGPT nach Anmeldung auf chat.openai.com gratis nutzen. Microsoft hat GPT-4 zudem als Chatfunktion in die Suchmaschine Bing integriert. Auch die Office-Anwendungen erweitert der Konzern um KI-gestützte Assistenten, basierend auf GPT-4.

Ist ChatGPT kostenlos?

Die Basisvariante von ChatGPT ist kostenfrei. Aufgrund des großen Interesses geht die Website allerdings öfters in die Knie. Daher gibt es eine kostenpflichtige Version mit dem Namen ChatGPT Plus für rund 24 Dollar im Monat.

Zudem sind dort neue Funktionen früher als in der Basisvariante verfügbar, auch verbessern sich die Reaktionsgeschwindigkeiten.

Was kann man mit ChatGPT machen?

Mit ChatGPT kann man Texte jeder Art erstellen, die sich eloquent und strukturiert lesen und von einem Journalisten oder einer Schriftstellerin sein könnten. Es kann Sätze mit bis zu 3000 Wörtern verstehen.

Der Chatbot ist so gut, dass er an der US-Eliteuniversität Wharton das MBA-Examen bestehen würde – und zwar mit der Note „Zwei minus“, wie Professor Christian Terwiesch in einer Studie schrieb. Die Erklärungen seien „exzellent“ gewesen.

Man kann mit der KI auch seine Texte verbessern oder sogar benoten lassen. Dafür muss man die richtigen Prompts eingeben, das sind kurze Anweisungen oder Fragen, mit denen man eine Konversation mit der KI beginnt.

Kann ChatGPT Deutsch?

ChatGPT kann auch übersetzen und beherrscht mehrere Sprachen. Allerdings hapert es im Deutschen manchmal mit der Zeichensetzung und Grammatik, auch fallen die Sätze teilweise lang und verschachtelt aus.

Aber die KI verbessert sich ständig, lernt aus allen Gesprächen. Und falls es zu Fehlern oder Missverständnissen kommt, verbessern sich die Antworten beim Nachfragen.

Welche Nachteile hat ChatGPT?

Großen Wert legen die Entwickler darauf, keine falschen, irreführenden oder schädlichen Antworten zu geben. Allerdings gibt es zahlreiche Beispiele, in denen Nutzern genau das gelang. In der App „Historical Figures“, die GPT-3 nutzt, können Nutzer sich mit Jesus oder den Beatles unterhalten – allerdings auch mit Adolf Hitler und anderen Diktatoren.

Im Vergleich zu früheren Chatbots ist ChatGPT aber besser darin, Stereotype zu vermeiden. Was immer fehlt, sind Quellenangaben, auch gibt das Programm keine Wahrscheinlichkeiten zu seinen Aussagen ab.

Grundsätzlich ist immer Vorsicht angebracht: ChatGPT gibt mit großer Eloquenz und Autorität nicht selten falsche Antworten. Es fällt auf Fangfragen herein, obskure Themen sind besonders ein Problem. Auch aktuelle Fragen sind tabu, weil das Programm nur mit Daten bis Ende 2021 trainiert worden ist. Fragen wie zur Fußballweltmeisterschaft 2022 beantwortet das Programm zwar, sie sind aber Spekulation.

Wie sicher sind meine Daten in ChatGPT?

Um ChatGPT zu verbessern, speichert OpenAI personenbezogene Daten. Mit ihnen trainiert der Anbieter das Sprachmodell im Hintergrund. Dazu sichert sich OpenAI in der Datenschutzerklärung weitreichende Nutzungsrechte. Daher gilt es, Privates und Firmengeheimnisse zu schützen. Sie sollten sich deshalb bei ChatGPT mit dem Datenschutz auseinandersetzen. Schon mit einigen Einstellungen lässt sich viel erreichen.

Ob OpenAI mit ChatGPT die Gesetze einhält, untersuchen derzeit Datenschutzbehörden in mehreren Ländern. Auch in Deutschland läuft ein Verfahren. Derzeit könne noch kein Urteil über die Rechtmäßigkeit von ChatGPT abgeben werden, erklärte der Leiter der KI-Taskforce der deutschen Datenschutzbehörden Anfang Juni dem Handelsblatt.

Was ist die OpenAI API?

API steht für „Application Programming Interface“ und ist eine Programmierschnittstelle. Damit könnten Entwickler Anwendungen von OpenAI in ihre App integrieren, ohne sich wie zuvor aufwendig beim Unternehmen bewerben zu müssen.

Früher war OpenAI sehr zurückhaltend damit, fürchtete sich vor fehlerhaften Informationskampagnen, Spam oder Betrügereien. Doch 2021 änderte die Firma ihre Haltung, baute nach eigener Aussage genügend Sicherheitsmechanismen wie „Inhaltsfilter“ ein und gab API frei. Wer aber gegen Auflagen verstößt wie das Verbot von sexuellen Inhalten, der fliegt raus.

Welche Alternative zu ChatGPT gibt es?

Google bietet seit dem März 2023 den Textroboter Bard an, der auf dem Sprachmodell Palm („Pathways Language Model“) basiert. Bard steht allerdings nur in den USA zur Verfügung. Europäer können sich nur inoffziell über ein „Virtual Private Network“ (VPN) Zugang verschaffen.

Eine Alternative ist Microsofts Suchdienst Bing, dessen Chatfunktion auf GPT-4 basiert. Das gilt auch für Jasper, dessen KI mehr als 30 Sprachen beherrscht. Man muss sich anmelden und kann sich danach Texte mit bis zu 10.000 Wörtern kostenlos erstellen lassen. Ist das Limit erreicht, kann man sich für verschiedene Abo-Modelle entscheiden. Das „Starter-Paket“ kostet mindestens 39 Dollar monatlich.

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Kostenlose und gute KI-Angebote sind noch ForeFront AI, Ora.ai oder HuggingFace.

Erstpublikation: 24.01.2023, 17:02 Uhr (zuletzt aktualisiert: 19.06.2023, 08:00 Uhr).

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