Interview: Wird die Ukraine der erste Kunde für den Panther von Rheinmetall?
Armin Papperger hält eine Lieferung der Panther-Kampfpanzer „in 15 bis 18 Monaten“ für möglich.
Foto: picture alliance/dpaDüsseldorf. Der Rüstungskonzern Rheinmetall will seinen modernsten Kampfpanzer an die Ukraine liefern. „Wir reden mit Kiew über den Export des Panthers“, sagte Vorstandschef Armin Papperger dem Handelsblatt. Das Land wolle den Kampfpanzer haben und habe zudem Interesse an dem neuen Schützenpanzer Lynx bekundet.
Rheinmetall hatte den Panther im vergangenen Sommer auf einer Messe in Paris vorgestellt und ihn als stärksten Kampfpanzer weltweit angepriesen. Die Ukraine wäre der erste Kunde für das Fahrzeug.
Noch gibt es vom Panther lediglich ein Vorführmodell. Dennoch stellt Papperger eine Lieferung „in 15 bis 18 Monaten“ in Aussicht. Die Panzer könnten in Deutschland oder in Ungarn gebaut werden.
Für einen Export ist die Zustimmung der Bundesregierung nötig, da der Panther in Deutschland entwickelt wurde. Papperger argumentiert für eine Einwilligung: Die Europäer könnten keine weiteren Kampfpanzer aus ihrem Bestand mehr entbehren, „weil wir blank sind“.
Der Rheinmetall-Chef plant über den Krieg hinaus. Kiew müsse seine Landesgrenzen langfristig schützen können: „Wir sind daher bereit, auch in der Ukraine ein Werk für die Fertigung des Panthers zu errichten.“ Die Voraussetzungen seien ein Ende des Kriegs und entsprechende Exportgenehmigungen der Bundesregierung.