Studie: Großstädter zieht es in die Speckgürtel, aber kaum aufs Land
Zehn Prozent der Großstädter geben an, einen Umzug zu planen. Davon zieht es 40 Prozent in eine kleinere Großstadt und 22 Prozent in den Speckgürtel.
Foto: Imago/Westend61Düsseldorf. Die Option, im Homeoffice arbeiten zu können, hat nachhaltige Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt: Vor allem Großstädter haben im vergangenen Jahr die neue Freiheit genutzt, um die Metropolen zu verlassen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Instituts und des Immobilienportals Immowelt unter 12.000 Menschen in Deutschland. Seit Beginn der Coronakrise seien 14 Prozent der teil- oder vollzeitbeschäftigten Großstädter weggezogen, bei Beschäftigten im Homeoffice sei der Effekt um gut zehn Prozentpunkte höher.
Mathias Dolls, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen, stellt allerdings klar: „Entgegen mancher Erwartungen hat die Coronapandemie nicht zu einer Flucht aufs Land geführt. Unsere Befragungsergebnisse deuten darauf hin, dass damit auch in Zukunft nicht zu rechnen ist.“
Unter den Personen, die die Großstadt verlassen haben, sind 38 Prozent in den Speckgürtel gezogen und 30 Prozent in kleinere Großstädte zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern. „Lediglich neun Prozent der ehemaligen Großstadtbewohner sind in eine Kleinstadt und fünf Prozent in den ländlichen Raum gezogen“, sagt der Forscher.