Interview: Obi-Chef Sebastian Gundel setzt auf Digitalisierung
Der Obi-Chef ist überzeugt, dass die wirtschaftliche Krise für Baumärkte auch Chancen bietet.
Foto: ObiKöln. Obi hat den Rückzug aus Russland schon im selben Jahr komplett durch Wachstum in anderen Regionen kompensiert. „Insgesamt lag der Umsatz von Obi bei 8,7 Milliarden Euro in 2022 und damit stabil zum Vorjahr – trotz unseres konsequenten und schnellen Ausstiegs aus dem Russlandgeschäft“, sagte Obi-Chef Sebastian Gundel im Handelsblatt-Interview.
Obi hatte seine 27 Baumärkte in Russland schon kurz nach Beginn des Ukrainekriegs Mitte März 2022 geschlossen und im April an einen russischen Investor verschenkt, um den Rückzug zu beschleunigen. Das Geschäft in Russland hatte zuletzt knapp fünf Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen.
Gundel, der die Leitung des Familienunternehmens im Oktober vergangenen Jahres übernommen hat, erwartet bei den Kunden jedoch noch für die kommenden sechs bis zwölf Monate eine Verunsicherung durch Krieg, Inflation und steigende Energiepreise. „Klar spüren wir, dass es eine gewisse Zurückhaltung bei den Kunden gibt“, sagt er. Er sieht in der Krise aber auch eine Chance für sein Unternehmen. Bei vielen Häusern gebe es einen hohen Renovierungsbedarf und viele Menschen wollten jetzt Reparaturen selbst machen, um Geld zu sparen.