Corsa-e als Gebrauchtwagen: So schlägt sich der Kleinwagen beim TÜV
Köln. Seit über 40 Jahren gehört der Corsa zu den Bestsellern im Portfolio von Opel. Der Kleinwagen ist seit Anfang 2020 in der siebten Generation am Start, darunter das elektrische Derivat: der Corsa-e. Wie dieser sich bei den Hauptuntersuchungen (HU) macht, weiß der TÜV.
Qualität
Bei den bislang zwei vom TÜV ausgewerteten HU gibt der Corsa-e eine recht gute Vorstellung ab, aber zwei Schwachpunkte sind sichtbar. Die TÜV-Experten kritisieren besonders bei den zwei- bis dreijährigen die Achsaufhängung. In dieser Altersgruppe fällt auch der Verschleiß der Bremsscheiben negativ auf. Achsfedern und Lenkung, Licht und die Funktionsweise der Bremsen agieren dagegen unauffällig.
Karosserie und Innenraum
Beim Design des elektrischen Corsa ging Opel im Vergleich zu vielen anderen Herstellern von E-Autos dezent vor. Kein Bling-Bling, keine auffälligen Anbauteile: Der 4,06 Meter lange Kleinwagen unterscheidet sich von den konventionell angetriebenen Versionen nur marginal.
Die größten Unterschiede zum Verbrenner-Modell sind das „e“ am Heck, windschnittige Felgen und das „E“ im Nummernschild. Im Inneren geht es – anders als etwa bei den Konzerngeschwistern Peugeot 208-e und DS3 Crossback E-Tense – Opel-typisch eher sachlich zu. Das Platzangebot geht in Ordnung, ist aber besonders im Fond nicht überragend. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Stellung der Rücksitzlehnen zwischen 267 und 1.042 Litern.
Das Facelift von 2023 brachte optisch einige Veränderungen. Der Corsa, der seitdem Corsa Electric heißt, erhielt unter anderem den etwa von Mokka und Astra bekannten Kühlergrill. Außerdem gab es geänderte Stoßfänger und ab Werk LED-Scheinwerfer. Innen zogen neue Dekore ein; ein leistungsstärkeres Infotainmentsystem samt Navigation und KI-Funktionen standen zur Wahl.
Motoren und Antrieb
Zunächst bot Opel in Verbindung mit einer 50-kWh-großen Batterie einen E-Motor mit 100 kW/136 PS und 260 Nm an. Dieser Maximalwert wird im Sportmodus erreicht, im Normalmodus sind es 80 kW/109 PS und 220 Nm; im Eco-Modus kommt der Stromer auf 61 kW/82 PS und 180 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt.
Den Normverbrauch gibt Opel mit 16,8 kWh an. Bis zu 340 Kilometer Reichweite sind theoretisch möglich. Das Laden des Akkus kann an einer Haushaltssteckdose, an einer Wallbox oder an einer Schnellladesäule (bis 100 kW Ladeleistung) erfolgen.
Ab Werk wurde und wird der Corsa jedoch nur mit einem einphasigen Onboard-Lader ausgeliefert. Wer an der heimischen Wallbox etwas schneller laden möchte, schaut nach Modellen mit dem aufpreispflichtigen dreiphasigen Lader.
Das Facelift brachte einen weiteren Motor. Der leistet im Sportmodus 115 kW/156 PS und 260 Nm, die Leistungswerte für Normal- und Eco-Modus sind unverändert geblieben. Der Akku ist mit 51 kWh etwas größer, ermöglicht aber dank verbesserter Effizienz eine Reichweite von rund 400 Kilometern.
Ausstattung und Sicherheit
Den E-Corsa gab es in den bekannten Opel-Ausstattungslinien, darunter die „Corsa“ genannte Basis oder „Edition“. Wer Wert auf Optik (Alu-Felgen) und Annehmlichkeiten wie LED-Scheinwerfer oder Matrixlicht möchte, sucht gleich am besten nach Modellen mit den höheren Komfortniveaus wie GS-Line und Ultimate.
Zudem offerierte Opel Erstkäufern viele Optionen wie Zweifarbenlackierung, Navi, Smartphone-Integration und dem dreiphasigen Onboard-Lader. Die Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen kann sich für einen Kleinwagen sehen lassen.
Fazit und Markt
Der elektrische Opel Corsa ist ein Kleinwagen, der mit seiner Reichweite für viele Nutzer ausreichend sein dürfte. Zeit zum Laden sollte man jedoch mitbringen. Vor Vertragsabschluss sollte man jedoch nach den Achsfedern schauen lassen, um teure Überraschungen auszuschließen. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 2.000 elektrische Opel Corsa auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Rund 11.000 Euro müssen Gebrauchtwageninteressenten mindestens anlegen.