Auftragsfertiger: Elektronikfirmen wenden sich von China ab – aber in Deutschland fehlt das Personal
Eine Industrieelektrikerin überwacht Maschinen beim Elektronikdienstleister Katek.
Foto: Katek SEMünchen. Die China-Reise von Constantin Schwaab vor vier Jahren war ein Flop. Für die Elektronikproduzenten vor Ort war die Bestellung des Münchners zu klein, dem Jung-Unternehmer wiederum waren die Preise zu hoch. „Schon 2019 lagen die Lohnkosten in China über denen von Rumänien“, erinnert sich der Gründer von Wirelane, eines Start-ups, das Stromtankstellen anbietet. Statt aus der Volksrepublik bezieht Schwaab die Ladesäulen jetzt aus der Oberpfalz.
So wie Schwaab wenden sich immer mehr Firmen enttäuscht von der Volksrepublik ab – und suchen sich anderswo Produzenten, die in ihrem Auftrag Elektronik fertigen. „Wir sehen, dass eine Reihe von Kunden die Wertschöpfung von China weg verlagert“, sagt Jochen Hanebeck, Chef des Chipherstellers Infineon.
Nur wenige entscheiden sich allerdings wie Wirelane-Chef Schwaab für die Elektronikfertigung in Europa. Ein wichtiger Grund: Es gibt nicht genügend Kapazitäten. Marktführer Foxconn aus Taiwan erziele in nicht einmal dreieinhalb Wochen so viel Umsatz wie die europäischen Elektronik-Auftragsfertiger im Jahr, sagt Branchenanalyst Philip Stoten. Fachleute sprechen von den sogenannten Electronic Manufacturing Services, kurz EMS.