Interview mit Infineon-Chef: „Das Geschäft mit Galliumnitrid hebt ab“
Der Infineon-Chef übernimmt einen kleinen Wettbewerber in Kanada für 830 Millionen Dollar.
Foto: dpaMünchen. Für Jochen Hanebeck ist es die erste nennenswerte Übernahme, seit er im vergangenen Jahr Vorstandschef des Chipherstellers Infineon wurde: Für 830 Millionen Dollar kauft der Chipkonzern den kleinen kanadischen Mitbewerber GaN Systems. Analysten bemängeln indes den hohen Preis für den Mittelständler mit nur 200 Mitarbeitern. Auch dürfte es dauern, bis sich der Zukauf im Umsatz niederschlage, schreiben die Experten der UBS.
Hanebeck ist aber überzeugt, dass sich jeder Cent lohnt: „Die Firma besitzt einen guten Kundenzugang und eine hervorragende und zu uns komplementäre Kunden-Projektpipeline“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Außerdem stehe das Geschäft mit dem innovativen neuen Chipmaterial Galliumnitrid, kurz GaN, vor dem Durchbruch: „Wir sind fest überzeugt, dass das Geschäft stark wachsen wird.“
Milliardenschwere Zukäufe wie zuletzt 2020 seien für die nähere Zukunft unterdessen unwahrscheinlich: „Ich sehe momentan tatsächlich keine Akquisition in der Größenordnung von Cypress, die wir vor drei Jahren für neun Milliarden Euro gekauft haben. Sehr große, internationale Deals würden wohl auch besonders genau geprüft werden in dieser geopolitischen Lage.“