Lithium und Co.: „Wichtiger als Öl“: Die EU will die Förderung seltener Mineralien steigern
Bei 14 von 27 kritischen Rohstoffen liegt die Importquote bei 100 Prozent, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergeben hat.
Foto: Bloomberg/Getty ImagesBrüssel. Die EU will die Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringern. Kritische Mineralien sollen künftig in größeren Mengen aus heimischen Minen stammen und in Europa verarbeitet werden. Das geht aus einem Entwurf für den Raw Materials Act hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Auch das Recycling von Rohstoffen will die EU stärken.
Das Gesetz, das von Industriekommissar Thierry Breton erarbeitet wurde, zielt darauf ab, „wachsenden Versorgungsrisiken“ bei Rohstoffen entgegenwirken, die für die Digitalisierung und die Energiewende erforderlich sind. Dem Entwurf zufolge sollen künftig zehn Prozent des europäischen Bedarfs an „strategischen Rohstoffen“ in der EU abgebaut werden. Zusätzliche 15 Prozent sollen durch Recycling gewonnen werden.
Bisher stuft die EU 30 Mineralien oder Mineraliengruppen als kritisch ein – etwa Gallium, Phosphat, Cobalt und Lithium. Die Liste soll nun regelmäßig überarbeitet werden.
Auch den Bau von Raffinerien, in denen die Mineralien aufbereitet werden, will die EU fördern und schlägt ein Produktionsziel von 40 Prozent des Bedarfs vor. Kapazitäten in diesem Bereich sind in Europa bisher kaum vorhanden.