Markus Brunnermeier: „Bei vier Prozent kann man die Inflation nicht mehr vernachlässigen“
Der Professor für Volkswirtschaft sieht einen klaren Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Finanzstabilität.
Foto: BloombergDenver, Düsseldorf. Markus Brunnermeier gehört zur Kategorie pragmatischer und forschungsstarker Ökonom mit Weltgeltung. Er gilt als einer der anerkanntesten Wissenschaftler im Bereich Finanzkrisen. Während der Pandemie startete der Ökonomie-Professor aus Princeton die Online-Veranstaltungsreihe „Markus Academy“, wo er das Who’s who der internationalen Ökonomie- und Notenbankerwelt zusammenbrachte.
Unter anderem diskutierte er mit Paul Krugman, Larry Summers, Robert Shiller und Joseph Stiglitz über die aktuelle Lage. Auch Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed, war zu Gast und offenbarte, dass er sich von den Diskussionen gern inspirieren lässt. Derzeit gibt es wieder viel zu besprechen. Denn 15 Jahre nach der Finanzkrise erlebt die Wirtschaft einmal mehr ein regelrechtes Bankenbeben.
Herr Brunnermeier, nach der großen Finanzkrise gab es das große Versprechen: Das Finanzsystem soll so sicher werden, dass der Staat nie wieder Banken mit Steuergeldern retten muss. Nun, 15 Jahre später, gibt es wieder große staatliche Interventionen. Was ist schiefgelaufen?
Na ja, die Lehre aus der Finanzkrise war erst einmal, nie wieder eine Großbank wie Lehman Brothers pleitegehen zu lassen, weil das unkontrollierbare Folgen haben kann – wie wir 2008 schmerzlich erfahren mussten.