Konjunktur: IWF: Inflation bleibt „Problem Nummer eins“ in Europa
Die Weltwirtschaft erholt sich angesichts des Kriegs in der Ukraine und der hohen Inflation nur sehr langsam.
Foto: dpaWashington. Der Europadirektor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Alfred Kammer, geht von neuen Wirtschaftsrisiken für den Kontinent aus. „Wir bleiben in einem herausfordernden Umfeld“, sagte er dem Handelsblatt.
Zwar seien die Energiepreise zuletzt gesunken, sie dürften aber mittelfristig nicht auf das Niveau vor dem Ukrainekrieg zurückkehren. Allein dieser Faktor reduziere das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Europa in absehbarer Zeit um rund eineinhalb Prozentpunkte, so Kammer.
Der Kampf gegen die Inflation gestalte sich laut dem IWF deutlich zäher als noch vor einigen Monaten erwartet, das gelte vor allem für Europa. Kammer sieht die „hartnäckige und beharrliche Inflation“ als „Problem Nummer eins“ für den Kontinent. Konkret werde die Gesamtinflation in diesem Jahr „erheblich zurückgehen“, eine Folge der sinkenden Energiepreise. „Es gibt also Licht am Ende des Tunnels“, so Kammer.
Doch Grund zur Sorge sei, dass die Kerninflation ihre Höchststände noch nicht erreicht habe. Dieser um die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Wert werde in europäischen Ländern weiter steigen, erklärte der Ökonom.