Geldpolitik: Preisdruck in Großbritannien fällt leicht – Inflationsrate bleibt aber über Zehn-Prozent-Marke
Lebensmittel zählen weiter zu den wesentlichen Preistreibern.
Foto: ReutersLondon. Der Inflationsdruck hat in Großbritannien auf vergleichsweise hohem Niveau leicht abgenommen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im März zum Vorjahresmonat um 10,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte.
Als einziges Land in der Region liegt die Rate im zweistelligen Bereich. Im Vormonat hatte sie 10,4 Prozent betragen. Experten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 9,8 Prozent erwartet.
Etwas gedämpft wurde die Inflation durch die Preisentwicklung von Kraftstoffen. Lebensmittel und Dienstleistungen im Freizeit- und Kulturbereich übten jedoch weiter erheblichen Auftrieb aus. Die Zentralbank hat sich mit kräftigen Zinsanhebungen gegen die Teuerung gestemmt, bisher aber ohne durchschlagenden Erfolg.
Die Daten sprechen dafür, dass die Bank of England ihre Zinsen im Mai wieder anheben wird. So sank die Kerninflation - bei der die schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden – im März nicht wie erwartet. Sie verharrte stattdessen bei 6,2 Prozent. „Eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte erscheint im Mai sehr wahrscheinlich“, sagte Analyst Hugh Gimber von J.P. Morgan Asset Management.
Die Bank von England (BoE) hat ihren Leitzins im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation immer weiter nach oben getrieben. Die Londoner Notenbank erhöhte den geldpolitischen Schlüsselsatz zuletzt im März von 4,00 auf 4,25 Prozent. Das war bereits die elfte Anhebung in Folge.