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  4. Biontech: Corona-Umsatz höher als erwartet – Onkologie weiter gestärkt

BiontechCorona-Umsatz ermöglicht Biontech einen Ausbau der Medikamentenpipeline

Die Umsätze mit dem Covid-19-Impfstoff Comirnaty sinken auf ein Fünftel des Vorjahresquartals – übertreffen aber immer noch die Erwartungen. Andere Bereiche werden wichtiger.Maike Telgheder 08.05.2023 - 14:36 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin (r.).

Foto: dpa

Frankfurt. Das Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen ist bei Biontech im ersten Quartal erwartungsgemäß stark gesunken. Die Mainzer verzeichneten einen Umsatzrückgang um vier Fünftel auf 1,28 Milliarden Euro, schnitten damit aber besser ab als von Analysten erwartet.

Der Nettogewinn schrumpfte auf knapp ein Siebtel des Vorjahreswerts: Von Januar bis März verdiente Biontech 502 Millionen Euro, im Vorjahresquartal waren es rund 3,7 Milliarden Euro gewesen. Doch auch damit lag das Biotechunternehmen über den Prognosen der Analysten – und das deutlich. Laut Bloomberg lag die Markterwartung bei lediglich rund 200 Millionen Euro Nettogewinn.

Entsprechend positiv reagierten am Montag die Finanzmärkte. Im deutschen Börsenhandel notierte die Aktie der Mainzer gegen Mittag bis zu mehr als sechs Prozent im Plus bei gut 103 Euro. Im vorbörslichen US-Handel stand das an der Nasdaq gelistete Biontech-Papier fast fünf Prozent im Plus.

Biontech bekräftigte seine Prognose, in diesem Jahr rund fünf Milliarden Euro Umsatz mit Covid-19-Impfstoffen zu erzielen. 2022 waren es noch mehr als 17 Milliarden Euro gewesen. Der ausgewiesene Covid-19-Umsatz besteht überwiegend aus Ertragsanteilen im Rahmen der Partnerschaft mit dem US-Konzern Pfizer. Die Unternehmen hatten den auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoff Comirnaty gemeinsam entwickelt und teilen sich den Bruttoertrag aus dem Geschäft, wobei Pfizer den größten Anteil der Umsätze verbucht.

Biontech legt den strategischen Fokus derzeit auf die Weiterentwicklung und den Ausbau seiner Medikamentenpipeline – mit einem Schwerpunkt im Bereich Onkologie. Insgesamt will das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 2,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Spielraum dafür geben die hohen Erträge aus dem Impfstoffgeschäft: Biontech verfügte per Ende März über Barreserven von knapp 19 Milliarden Euro, inklusive der Forderungen aus dem Geschäft mit Pfizer.

Biontech: Entwicklung von Krebsmedikamenten gestärkt

In den vergangenen Wochen hatten die Mainzer gleich drei neue Medikamentenkandidaten gegen Tumorerkrankungen zugekauft. Im März wurden für 200 Millionen Dollar die weltweiten Rechte an einer potenziellen Krebsimmuntherapie erworben, die von der privaten US-Firma OncoC4 entwickelt wurde. Dieser antikörperbasierte Wirkstoff zielt darauf ab, die Immunreaktionen gegen Krebszellen zu verstärken.

Bisher wurde der Wirkstoff in klinischen Studien der Phasen 1 und 2 zu Verträglichkeit und Wirksamkeit getestet. Noch in diesem Jahr soll eine größere sogenannte Phase-3-Studie gestartet werden, die dann auch zulassungsrelevante Ergebnisse liefern könnte. Erprobt wird der Wirkstoff bei Patientinnen und Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom, deren Erkrankung nach Behandlung mit anderen Antikörpertherapien weiter vorangeschritten ist.

Anfang April gab Biontech zudem eine potenziell milliardenschwere Partnerschaft mit der chinesischen Biotechfirma Duality Bio bekannt. Biontech sicherte sich zwei Wirkstoffkandidaten zur Behandlung solider Tumore. Dabei handelt es sich um sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, die eine Chemotherapie mit der zielgerichteten Wirkung einer Antikörpertherapie verbinden.

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Duality Bio erhält dafür eine Vorauszahlung in Höhe von 170 Millionen Dollar und hat Anspruch auf erfolgsabhängige Zahlungen von potenziell mehr als 1,5 Milliarden Dollar sowie gestaffelte Lizenzgebühren für mögliche künftige Produktumsätze.

Biontech arbeitet an Impfstoffen gegen Gürtelrose und Tuberkulose

Neben dem Beginn und der Vorbereitung mehrerer klinischer Studien will Biontech in diesem und dem nächsten Jahr auch eine Vertriebsorganisation für Onkologieprodukte in den USA, der EU und anderen ausgewählten Regionen aufbauen. Jenseits der Onkologie arbeiten die Mainzer auch an Vakzinen gegen Gürtelrose und Tuberkulose sowie einer neuen Generation von Covid-19-Impfstoffen.
Mehr: Biontech vergrößert seinen Vorsprung zur deutschen Konkurrenz

Erstpublikation: 08.05.2023, 12:45 Uhr.

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