Global Risk: Wahlen in der Türkei – Neue Regierung, neue Probleme?
Eine klare politische Linie zeichnet sich bei keinem Ausgangsszenario der Wahlen ab.
Foto: dpaIstanbul. An diesem Sonntag wird sich entscheiden, ob der türkische Langzeitpräsident Recep Tayyip Erdogan abgewählt wird oder weiterregieren darf. Einige Umfragen sehen seinen Herausforderer, Kemal Kilicdaroglu von der republikanischen Volkspartei CHP, teilweise deutlich vor dem Amtsinhaber.
Eine verheerende Serie von Erdbeben am 6. Februar dieses Jahres hat nicht nur menschliches Leid ausgelöst. Die Erdstöße haben sich auch auf die Politik im Land ausgewirkt: Erdogan musste sich zwei Mal öffentlich für das schlechte Krisenmanagement entschuldigen.
Die Wahlen in der Türkei haben eine Bedeutung weit über die Landesgrenzen hinaus. Denn das Land spielt bei fast jedem geopolitischen Konflikt eine Rolle. Und auch wirtschaftlich hat die Türkei an Einfluss gewonnen. „Angesichts der gegensätzlichen Ideologien zwischen Regierung und Opposition dürfte das Ergebnis weitreichende Folgen für die türkische Wirtschaft, die Geldpolitik, die Geopolitik und die Finanzmärkte haben“, schlussfolgert die Deutsche Bank in einer Analyse.
Ausländische Anleger haben zwar ihre Bestände an türkischen Aktien in den letzten fünf Jahren halbiert, machen aber immer noch knapp 30 Prozent aller Investments aus.