Krankenhauszukunftsgesetz: Update für die Mangelverwaltung in Kliniken
Verpflichtungen aus dem Krankenhauszukunftsgesetz stellen Krankenhäuser vor große Probleme.
Foto: dpaKöln. Die IT-Abteilung des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) in Stuttgart erprobt neue Arbeitsweisen: „Wir haben hier eine Start-up-Mentalität entwickelt”, sagt Geschäftsführer Mark Dominik Alscher. Auf diese Weise führt das Team nun zum Beispiel ein Patientenportal zur Vereinbarung von Onlineterminen und zum Austausch von Dokumenten ein. IT-Anwendungen ließen sich vergleichsweise schnell einsetzen. „Da wird viel mehr ausprobiert. So sind wir bei der Projektarbeit schneller als früher”, sagt er.
„Früher” war vor der Einführung des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG), das Kliniken seit dem Jahr 2020 zu mehr Digitalisierung verpflichtet. Bis Ende 2024 müssen die 1900 deutschen Krankenhäuser zahlreiche IT-Projekte umgesetzt haben – etwa eine digitalisierte Behandlungs- und Medikationsdokumentation. Mehr als 6000 Förderanträge für ihre Projekte haben deutsche Krankenhäuser nach aktuellen Zahlen des Bundesamts für Soziale Sicherung gestellt.
Auf dem Papier passiert viel. In der Praxis stoßen die Projekte aber immer wieder auf Probleme, berichtet die 35-köpfige IT-Abteilung des RBK. „Es ist ein ständiger Dauerlauf, der zu Atemlosigkeit führt”, sagt Alscher. Die agilere Arbeitsweise allein reicht nicht, um KHZG-Projekte zu stemmen. Das Krankenhaus setzt daher zudem auf externe IT-Berater und heuert neues Personal an. Das Resultat: „Wir sind mit der Umsetzung der KHZG-Projekte nicht im Verzug.”