Festgeld-Zinsen: Einlagen seit Zinswende um 180 Milliarden Euro angestiegen
Lange war Festgeld weder für Sparer noch für Banken attraktiv. Das hat sich nach der Zinswende radikal geändert.
Foto: dpaFrankfurt. Im Zuge steigender Zinsen feiert das jahrelang verschmähte Festgeld ein Comeback. Seit der Zinswende in der Euro-Zone Ende Juli 2022 schwollen die Festgeldeinlagen deutscher Banken so stark an wie noch nie in einem solchen Zeitraum, ermittelte die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma PwC auf Basis von Bundesbank-Daten.
So erhöhten sich die Einlagen in Festgeld privater Kundinnen und Kunden sowie Unternehmen bis Ende März 2023 um die Hälfte auf 535 Milliarden Euro. „Nach über einem Jahrzehnt rückläufiger Volumina sind die Festgeldeinlagen deutscher Banken seit der Zinswende im Juli 2022 erstmals wieder angestiegen, und zwar um den Rekordbetrag von 180 Milliarden Euro“, sagte PwC-Partner Daniel Wildhirt.
Die Zahl der Festgeldangebote schoss ebenfalls nach oben. Das Vergleichsportal Verivox zählt inzwischen mehr 426 Banken mit Angeboten für zweijähriges Festgeld an. Das sind dreimal so viel wie vor einem Jahr.
„Es gibt ein Interesse auf Bankenseite, mehr längerfristige Einlagen einzusammeln. Und es gibt auch ein Interesse bei den Kunden“, sagte Andreas Martin, Vorstandsmitglied beim Verband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), dem Handelsblatt. Er geht davon aus, „dass noch eine Weile mehr Geld in Festgeld fließt“. Wichtig für die weitere Entwicklung sei jedoch, wie hoch die Inflation ausfalle – und wie viel finanziellen Spielraum die Kunden haben.