Herzschwäche: App „Pro Herz“ will Versorgungslücke schließen
Die App soll Menschen mit einer Herzschwäche dabei helfen, ihren Alltag zu meistern.
Foto: obsKöln. Die erste digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im kardiologischen Bereich will ein täglicher Begleiter für Patienten mit Herzinsuffizienz sein: Nutzer können Messwerte wie Blutdruck, Gewicht, Herzfrequenz und Sauerstoffversorgung per Hand eintragen oder über passende Bluetooth-Geräte erfassen. Erreichen die Vitalparameter einen kritischen Bereich, schlägt „Pro Herz“ Alarm und mahnt beispielsweise einen Arztbesuch an. Daneben gibt es ein Gesundheitscoaching.
Seit Ende Mai können Ärzte die App verschreiben. Das dahinterstehende Start-up ProCarement aus dem oberfränkischen Forchheim hat den Anspruch, Versorgungslücken zu schließen. „Potenziell können wir rund vier Millionen Menschen erreichen“, sagt Christof Busch, Mitgesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung. In einer Vorstudie konnte das Unternehmen positive Effekte nachweisen: Die App hat den Probanden demnach geholfen, die Krankheit besser zu verstehen und ihren Alltag zu meistern.
KI soll Herzschwäche an der Stimme erkennen
Rund um Herzkrankheiten arbeiten Start-ups an weiteren DiGAs – darunter Zana Technologies. Das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen mit Hauptsitz in Karlsruhe betreibt bereits eine Softwareplattform für medizinische Chatbots und Sprachassistenten. Für die neue Herzinsuffizienz-App „Tidda Herz“ fand eine erste Studie an der Uniklinik RWTH Aachen statt. „Die ersten Erfahrungswerte sind sehr vielversprechend“, sagt Gründerin Julia Hoxha. „Mit einer größeren Datenlage wollen wir eine DiGA-Zulassung beantragen.“