Neurologie: Welche digitale Technologie wird in klinischen Studien genutzt?
Medizinische Studien untersuchen diverse Krankheiten des Nervensystems.
Foto: imago/Science Photo LibraryFrankfurt. Klinische Studien, die Medikamentenkandidaten gegen Parkinson, Multiple Sklerose oder andere neurodegenerative Erkrankungen erforschen, haben häufig das Problem, dass Behandlungsfortschritte nur unzureichend erfasst werden können. Etwa weil sich die behandelnden Mediziner nur punktuell einen Eindruck vom Zustand des Probanden verschaffen konnten, wenn der zum turnusmäßigen Arztbesuch kommt. Oder weil die Mediziner auf Patiententagebücher und die subjektiven Einschätzungen der Patienten zurückgreifen müssen.
Mit der Zunahme von digitalen Technologien wurden in den vergangenen Jahren vermehrt digitale Anwendungen zur Überwachung der Patientinnen und Patienten eingesetzt. Sensoren überwachen beispielsweise tagsüber die motorischen Fähigkeiten der Probanden und in der Nacht den Schlaf. Apps laden zu Trainingsprogrammen und Spielen via Smartphone oder Tablet ein, um die kognitiven Fähigkeiten der Probanden zu ermitteln. So liefert die Technologie digitale Biomarker, die quantitative und damit auch besser vergleichbare Ergebnisse liefern.
Welche digitalen Werkzeuge in neurologischen klinischen Studien am häufigsten eingesetzt werden, hat ein Team von Medizinern der Harvard Medical School und der Heinrich-Heine-Universität analysiert und im Fachjournal NPJ Digital Medicine veröffentlicht. Im Zeitraum von 2010 bis 2020 identifizierten die Forscher in der Studiendatenbank clinicaltrials.gov insgesamt 6763 klinische Studien, die Medikamentenkandidaten gegen Alzheimer, Multiple Sklerose, Parkinson und Epilepsie erproben.