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GreenwashingFondsgesellschaft DWS verhandelt mit Staatsanwaltschaft über Bußgeld

Die Verhandlungen befinden sich noch in einem frühen Stadium. Es könnte auf eine hohe Strafe für die Deutsche-Bank-Tochter hinauslaufen.Yasmin Osman, Volker Votsmeier 06.07.2023 - 16:38 Uhr Artikel anhören

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt weiterhin gegen die Deutsche-Bank-Tochter wegen der Greenwashing-Affäre.

Foto: REUTERS

Frankfurt, Köln. Der Fondsgesellschaft DWS könnte nach Handelsblatt-Informationen eine Millionenstrafe wegen Greenwashing drohen. Die Deutsche-Bank-Tochter verhandle mit der Staatsanwaltschaft über die Höhe einer möglichen Geldbuße, sagten mehrere mit dem Sachverhalt vertraute Personen dem Handelsblatt. Die Gespräche sollen sich noch in einem frühen Stadium befinden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs aufgrund von Greenwashing-Vorwürfen gegen die DWS. Ende Mai 2022 kam es zu einer Razzia.

Der börsennotierte Vermögensverwalter steht im Verdacht, sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit und grüne Investments systematisch übertrieben dargestellt zu haben. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass die Ermittlungen andauern und das Ende nicht absehbar sei.

Die DWS äußerte sich nicht konkret dazu, ob sie über eine Geldbuße verhandelt. „Wir arbeiten seit Beginn der Untersuchungen aktiv, offen und transparent mit den Behörden – und damit auch mit der Staatsanwaltschaft – zusammen“, sagte ein DWS-Sprecher. Das werde man weiterhin tun. „Die Aufklärung der Vorwürfe und der Abschluss der externen Untersuchungen haben für die Geschäftsführung weiterhin höchste Priorität.“

Wann und ob es zu einer Einigung mit der Staatsanwaltschaft kommt und wie teuer das für die DWS werden könnte, ist völlig offen. Die Vorstellungen beider Seiten klaffen noch weit auseinander, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen dem Handelsblatt.

Die Staatsanwaltschaft sei zunächst mit einer sehr hohen Millionensumme in die Gespräche gegangen. Die DWS habe das strikt abgelehnt, und die Staatsanwaltschaft habe ihre Vorstellungen bereits deutlich heruntergeschraubt, sagte ein Insider. Mittlerweile werde über Summen gestritten, die zwischen einstelligen und „nicht so hohen“ zweistelligen Beträgen lägen, hieß es an anderer Stelle.

DWS weist Spekulationen zurück

Die DWS wies jede Spekulation über eine mögliche Strafsumme zurück. Derzeit könne man nicht abschätzen, wann und wie das Verfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt beendet werde. „Was wir allerdings sagen können, ist, dass die in den Raum gestellten Größenordnungen rein spekulativ sind. Diese Spekulationen weisen wir deshalb nachdrücklich zurück“, so ein Sprecher. Er ergänzte, die DWS habe immer gesagt, „dass wir an einer zügigen und sachgerechten Lösung interessiert sind“. Man stehe weiterhin zu ihren Finanzveröffentlichungen und den Prospekten ihrer Fonds.

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Bei der Staatsanwaltschaft soll Oberstaatsanwaltschaft Markus Weimann den Fall zur Chefsache gemacht haben. Weimann ist Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität in Hessen. Auch die Fachabteilung für Kapitalmarktstrafrecht und Vermögensdelikte mit wirtschaftlichem Hintergrund steht unter seiner Führung. Seit mehr als 20 Jahren ermittelt Weimann im Umfeld von Banken.

Die DWS sieht sich seit zwei Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, sogenannte „grüne Finanzprodukte“ (ESG – Environment, Social, Governance) „grüner“ beziehungsweise „nachhaltiger“ dargestellt zu haben, als sie tatsächlich waren. Diese Vorwürfe hatte die frühere Nachhaltigkeitsbeauftragte der DWS, Desiree Fixler, im August 2021 öffentlich erhoben.

Fixler hatte sich zunächst an die US-Börsenaufsicht SEC und die amerikanische Bundespolizei FBI gewandt. Behördliche Untersuchungen in den USA und Deutschland waren die Folge, darunter auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Unmittelbar nach der Razzia hatte die DWS ihren Vorstandsvorsitzenden Asoka Wöhrmann abgelöst und durch Stefan Hoops ersetzt. Hoops hatte in einem Handelsblatt-Interview eingeräumt: „Man kann im Nachhinein schon feststellen, dass es eine Zeit lang überschwängliches Marketing bei dem Thema Nachhaltigkeit gab – übrigens nicht nur im Asset-Management, sondern über viele Branchen hinweg.“

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