Immobilienmarkt: Wie unerreichbar ist der Traum einer eigenen Immobilie?
Wie steht es tatsächlich um die Erschwinglichkeit von Immobilien in Deutschland?
Foto: Handelsblatt, HB- Viele junge Familien haben derzeit das Gefühl, dass der Traum von einer eigenen Immobilie für sie nicht zu verwirklichen ist.
- Der internationale und historische Vergleich zeichnet jedoch ein anderes Bild: Die eigenen vier Wände waren selten erschwinglicher als heute. Allerdings sind auch die Ansprüche deutlich gestiegen.
- Gleichzeitig erschwert die Politik mit steigenden Kaufnebenkosten und wenig Fördergeldern den Weg ins Wohneigentum.
- „Auch Verzichten muss man lernen“, sagt die Psychologin und Finanzexpertin Monika Müller und rät zur Kompromissbereitschaft bei der Immobiliensuche.
Frankfurt, Düsseldorf. Für die Schneiders ist der Traum vom Eigenheim vorerst geplatzt. Vor dem Zinsanstieg im vergangenen Jahr hatte die Familie, die ihren richtigen Namen nicht im Handelsblatt lesen will, ein Grundstück im Kölner Umland im Auge und sogar erste Finanzierungsgespräche geführt. Doch mittlerweile ist den Schneiders klar: Selbst mit zwei Akademikergehältern ist das für sie derzeit nicht zu stemmen.
Es ist ein Gefühl, das viele junge Familien gerade beschleicht. „Es ist heute schwer geworden, das eigene Haus oder die eigene Wohnung zu erwerben“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner kürzlich.
Doch stimmt die Geschichte von den zunehmend unerschwinglichen Immobilien wirklich?
Das Handelsblatt hat Zahlen und Tabellen geprüft sowie mit vielen Fachleuten und langjährigen Marktbeobachtern gesprochen, um sich ein genaues Bild im historischen Vergleich zu verschaffen. Das Ergebnis dürfte selbst einige Experten überraschen.
1. Immobilien deutlich erschwinglicher als in den 1980er-Jahren
Um ein genaueres Bild davon zu erhalten, wie erschwinglich Immobilien für frühere Generationen im Vergleich zu heute waren, sind die wichtigsten Parameter die Immobilienpreise, die Einkommen und die Zinsen. Nicht einbezogen in die Berechnung sind staatliche Fördermaßen, die früher tendenziell üppiger waren. Mehr dazu unter Punkt 7.