ZEW-Barometer: Börsianer bewerten Konjunkturaussichten deutlich schlechter
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer technischen Rezession, nachdem das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge geschrumpft ist.
Foto: IMAGO/Chris Emil JanayenBerlin. Börsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft angesichts steigender Zinsen und hartnäckig hoher Inflation so schlecht wie seit über einem halben Jahr nicht mehr.
Das Barometer zur Einschätzung der Konjunktur in den nächsten sechs Monaten fiel um 6,2 auf minus 14,7 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 165 Analysten und Anlegern mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit Dezember 2022.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf minus 10,5 Zähler gerechnet. Die Einschätzung der aktuellen Lage verschlechterte sich ebenfalls: Dieser Wert fiel um 3,0 auf minus 59,5 Punkte.
„Eine durchgreifende konjunkturelle Erholung ist in Deutschland auch zu Beginn des dritten Quartals nicht zu erwarten“, sagte der Konjunkturanalyst der DZ Bank, Christoph Swonke. „Nur langsam sinkende Preise, die Zinswende, verschärfte Finanzierungsbedingungen und eine geringe Auslandsnachfrage belasten die Konjunktur.“ Insbesondere die Industrie und die Bauwirtschaft bekämen deutlichen Gegenwind zu spüren.