Beige Book: US-Wirtschaft legt laut Fed-Konjunkturbericht wieder zu
Die von der US-Notenbank befragten Personen erwarten in den kommenden Monaten ein langsames Wachstum.
Foto: ReutersWashington. Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten hat nach Einschätzung der US-Notenbank etwas Fahrt aufgenommen. Die wirtschaftliche Aktivität habe seit Ende Mai leicht zugenommen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der Fed (Beige Book).
Fünf von zwölf Notenbank-Bezirken meldeten etwas Wachstum, fünf weitere keine Veränderung und zwei verzeichneten einen leichten Rückgang, hieß es. In den kommenden Monaten erwarten die von den regionalen Notenbanken befragten Personen aus der Wirtschaft generell ein langsames Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt.
Der Bericht dürfte den Währungshütern um Notenbankchef Jerome Powell wichtige Anhaltspunkte für die Ausgestaltung ihrer Geldpolitik liefern. Die nächste Zinssitzung findet bereits in zwei Wochen am 25. und 26. Juli statt.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften wird als weiter stabil beschrieben. Nach wie vor hätten Arbeitgeber Schwierigkeiten, geeignete Arbeitskräfte zu finden.
Die Preise seien zuletzt moderat gestiegen, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Für die nächsten Monate seien die Preiserwartungen im Allgemeinen stabil oder niedriger.
Die Umfrage zur konjunkturellen Lage bezieht sich auf Einschätzungen, die bis Ende Juni gesammelt wurden.
Sinkende Energiepreise drücken US-Inflationsrate
Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor am Mittwoch Inflationszahlen für den Juni veröffentlicht. Danach sorgten sinkende Energiepreise dafür, dass die Teuerungsrate auf 3,0 Prozent von 4,0 Prozent im Mai sank – der tiefste Stand seit mehr als zwei Jahren.
Dies nährt die Hoffnung, dass auch das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, der PCE-Index, der sich an den Verbraucherausgaben orientiert, ebenfalls gefallen ist. Neue Daten werden aber erst nach der Fed-Sitzung Ende Juli veröffentlicht. Im Mai lag dieser Index bei 3,8 Prozent.
An den Finanzmärkten wird derzeit davon ausgegangen, dass die Fed nach ihrer Zinspause im Juni den Leitzins auf der Juli-Sitzung um einen viertel Prozentpunkt anheben wird. Aktuell liegt er in einer Spanne von 5,0 bis 5,25 Prozent.
Laut dem Fed-Protokoll zur Juni-Sitzung hatte sich die Mehrheit der Währungshüter auf dem Treffen zwar für eine Zinspause ausgesprochen. Beinahe alle Mitglieder im Offenmarktausschuss, der über die Zinsen entscheidet, erwarteten laut dem Protokoll aber weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf.