Ad-Tech: Telekom, Vodafone und Co. haben wieder das Silicon Valley im Visier
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom will den US-Tech-Riesen etwas Eigenes entgegensetzen.
Foto: Getty ImagesBerlin. Die Deutsche Telekom verfolgte einen kühnen Plan. Gemeinsam mit der französischen Orange wollten die Deutschen die US-Tech-Industrie angreifen: mit einem digital vernetzten Sprachassistenten. Über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so der Auftrag, sollten 2017 einen sprechenden Lautsprecher entwickeln, der Bestellungen aufnimmt oder das Licht im Wohnzimmer steuert.
Sogenannte „Smart Speaker“ wie Amazons Alexa oder Google Home verbreiteten sich damals rasant. Sie versprachen, als Scharnier zum Kunden die Grundlage eines Milliardengeschäfts zu bilden. Diesen Markt wollten die Vorstände in Bonn und Paris nicht allein dem Silicon Valley überlassen. Die spanische Telefónica lancierte ein ähnliches Projekt.
2019 kam der smarte Lautsprecher – in Deutschland: „Hallo Magenta“ – tatsächlich auf den Markt. Ein Trumpf sollte der bessere Datenschutz sein, denn die Sprachbefehle der Kundinnen und Kunden würden Europa nicht verlassen, versprach die Telekom.
Schon bei der Präsentation in Bonn fragten sich Beobachter indes, wer sich für die knubbeligen Dinger angesichts ihrer überschaubaren Performance interessieren sollte. Telekom-Technikvorständin Claudia Nemat verkaufte die Lautsprecher vorsichtshalber als „komplementär“ zu Amazons Alexa, um das Gefälle rhetorisch abzufangen.