Bonität: Fitch senkt die Kreditwürdigkeit der USA herab – die Gründe und Folgen
Am Anleihemarkt blieb eine Reaktion zunächst aus.
Foto: ReutersDüsseldorf. Die Ratingagentur Fitch hat den USA die begehrte Spitzenbonität entzogen. Die US-Kreditwürdigkeit wurde um einen Schritt von „AAA“ auf „AA+“ gesenkt, wie Fitch am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte.
Die Herabstufung erfolgt wenige Wochen, nachdem die USA wegen eines Streits zwischen den Republikanern und Demokraten im Kongress an den Rand eines historischen Zahlungsausfalls geraten waren. Das bislang letzte Mal, dass eine Ratingagentur die US-Kreditwürdigkeit herabgestuft hatte, liegt mehr als zehn Jahre zurück.
Damals hat das für große Verwerfungen an den Finanzmärkten gesorgt und auch diesmal gibt es bereits erste Reaktionen. Im Vergleich zur damaligen Situation gibt es aber wichtige Unterschiede.
Warum wurden die USA herabgestuft?
Fitch rechnet mit einem Anstieg des US-Staatsdefizits von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr auf 6,3 Prozent. Die weitere Tendenz ist steigend: Im kommenden Jahr dürfte es auf 6,6 Prozent klettern, 2025 dürfte dann der Wert von 6,9 Prozent erreicht sein. Das erwartete Defizitwachstum spiegelt die konjunkturbedingt schwächeren Steuereinnahmen, neue Ausgabeninitiativen und eine höhere Zinslast wider, urteilt Fitch. Das Unternehmen erwartet, dass die US-Wirtschaft im Laufe dieses Jahres in eine Rezession abrutschen wird.