Bayer ächzt unter hohen Schulden: Das muss der neue CEO jetzt liefern
Der neue Bayer-Chef steht unter Druck, 2024 wieder deutlich bessere Zahlen zu liefern.
Foto: ReutersDüsseldorf. Das erste Geschäftsjahr des neuen Bayer-Chefs Bill Anderson wird für den Pharmakonzern ein ungewohnt schlechtes werden: Die Nettoverschuldung wird bis Ende 2023 wieder deutlich auf 36 Milliarden Euro steigen. So hoch war der Schuldenberg am Ende eines Geschäftsjahres zuletzt direkt nach der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018. Doch zugleich kann der Konzern diesmal keine freien Finanzmittel (Free Cashflow) erwirtschaften, mit denen er die drückende Schuldenlast spürbar senken könnte.
Eine derartige Kombination hat es in der Bayer-Geschichte noch nie gegeben, wie eine Handelsblatt-Analyse der historischen Kennzahlen zeigt. Anderson weiß, dass dies den Spielraum für den Konzern einschränkt. Die Verbesserung der Schuldensituation stehe oben auf seiner Agenda, heißt es in Konzernkreisen. Doch ist der Spielraum des neuen CEOs begrenzt. Anderson selbst räumte jüngst vor Investoren ein: „Der Überhang an Rechtsstreitigkeiten, die Unternehmensbürokratie, der Schuldenstand – all das belastet die Fähigkeit, uns auf unseren Auftrag, unsere Mission zu konzentrieren.“
Vor diesem Hintergrund erhöhen die Kredit-Ratingagenturen jetzt den Druck auf die Bayer-Führung. Zwar haben Standard & Poor’s sowie Moody’s die Bonitätsbewertung des Konzerns nach der Gewinnwarnung im Juli nicht gesenkt oder infrage gestellt, wie die nun vorliegenden Reports zeigen. Doch könnte nach 2024 eine Überprüfung folgen, wenn sich die finanzielle Lage nicht bessert und sich die Wettbewerbsposition von Bayer verschlechtern sollte.