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Pharma- und ChemiekonzernWarum Bayer die Personalvorständin austauscht

Die langjährige Bayer-Pharma-Managerin Heike Prinz rückt für Sarena Lin in den Vorstand auf. Der Schritt dürfte mit dem geplanten Kulturwandel im Konzern zusammenhängen.Bert Fröndhoff 21.08.2023 - 18:17 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Managerin wird neue Arbeitsdirektorin von Bayer.

Foto: Bayer

Düsseldorf. Bayer hat unter dem neuen CEO Bill Anderson eine erste Veränderung im Vorstand beschlossen. Die erst vor zwei Jahren angetretene Personalvorständin Sarena Lin verlässt den Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern schon wieder. Für sie rückt die langjährige Bayer-Pharma-Managerin Heike Prinz mit Wirkung zum 1. September 2023 in das Führungsgremium auf.

Prinz wird im Vorstand die Aufgaben als Chief Talent Officer und Arbeitsdirektorin übernehmen, teilte Bayer am Montag mit. Lin hatte eigentlich noch einen Vertrag bis Ende Januar 2024, scheidet nun aber bereits Ende August aus. Es ist die erste große Personalentscheidung unter dem neuen CEO und dürfte eng mit dessen Plänen zum internen Organisationsumbau zusammenhängen.

Andersons zentrales Vorhaben ist es, die Entscheidungsabläufe im Unternehmen zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Er verfolgt einen radikal neuen Managementstil mit voraussichtlich weniger Führungskräften und Entscheidungsebenen, mehr Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und weniger Budgetzwängen.

Für Bayer bedeutet dies einen tiefgreifenden Kulturwandel, den der neue Vorstandschef persönlich vorantreiben und verantworten will. Darauf deutet der neue Zuschnitt des Vorstandsressorts von Prinz hin. Anders als Sarena Lin wird sie allein fürs Personal zuständig sein und nicht zusätzlich Strategie und Transformationsprojekte im Konzern verantworten. Die Rolle des Chief Transformation Officer übernimmt Anderson selbst.

Der Wechsel hatte sich in Leverkusen bereist abgezeichnet. Lin stieß 2021 als externe Managerin aus den USA zum Bayer-Vorstand. Es gestaltete sich schwierig für sie, die weitverzweigte Bayer-Organisation bis ins Detail als Personal- und Strategieverantwortliche zu führen. Nach außen war ihr Wirken als Vorständin wenig erkennbar.

Dennoch fand Aufsichtsratschef Norbert Winkeljohann lobende Worte zum Abschied: „Sarena Lin hat Vertrauen, Loyalität und Leistung der Mitarbeiter auf allen Ebenen gefördert und sich gleichzeitig für Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion eingesetzt.“

Für den von Anderson angestrebten Kulturwandel sind aber andere Kompetenzen zentral: vor allem eine tiefe Kenntnis der Konzernorganisation und Durchsetzungsvermögen. Dies soll nun Prinz mitbringen. Die 58-Jährige ist seit fast 37 Jahren bei Bayer und gehört aktuell dem Executive Committee der Division Pharmaceuticals als kaufmännische Leiterin an.

Laut Aufsichtsratschef Winkeljohann bringt Prinz nicht nur „umfassende Erfahrung“ mit, sondern auch „große Erfolge bei der Entwicklung und dem Ausbau von Geschäften sowie der Leitung großer Teams auf der ganzen Welt“. Sie habe eine starke Erfolgsbilanz bei Umstrukturierungen und kulturellem Wandel.

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Mit Prinz’ Berufung wächst zudem die Pharma-Expertise im Bayer-Vorstand. Absehbar ist, dass der neue Chef Anderson bei den Änderungen in Struktur und Arbeitsweise besonders die Pharmasparte in den Blick nehmen wird.

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