Covestro: Banker und Anwälte arbeiten streng geheim an einem Übernahme-Deal
Der arabische Ölkonzern bietet im Werben um den Dax-Konzern mehr als Geld.
Foto: Dpa, Reuters, Covestro [M]Düsseldorf. Der arabische Ölkonzern Adnoc verstärkt sein Werben für eine Übernahme des deutschen Kunststoffherstellers Covestro. Adnoc bietet sich dem Konzern als „verlässlicher Partner“ für die Finanzierung von Investitionen und für die mittelfristige Lieferung von grünem Wasserstoff als Energieträger an. Das bestätigten mehrere mit der Situation vertraute Personen dem Handelsblatt. In dem aktuellen Übernahmevorschlag werde Covestro zudem Eigenständigkeit zugesichert.
Zusammen mit einer weiteren Erhöhung des Kaufpreises will der Staatskonzern aus den Emiraten die Deutschen so zu offiziellen Verhandlungen bewegen. Adnoc stellt in Aussicht, die Offerte für den Dax-Konzern von 57 auf 60 Euro pro Aktie zu erhöhen. Das würde einem Volumen von 11,5 Milliarden Euro entsprechen.
Doch das würde aus Sicht von Covestro noch nicht für die Aufnahme vertiefender Gespräche reichen. Denn dort wird der Preis eher bei 70 Euro je Aktie gesehen, heißt es in Finanzkreisen.
Insgesamt poche der Leverkusener Konzern auf seine Unabhängigkeit und stehe dem Werben der Araber auch deshalb skeptisch gegenüber, fügt ein Insider hinzu. Das Interesse des Staatskonzerns aus Abu Dhabi sei aber stark. Adnoc habe positiv registriert, dass es in Deutschland bisher keine Stimmen von Politikern oder Gewerkschaften gegen seinen Vorstoß gegeben habe, heißt es weiter.