Geldanlage: Anleger setzen jetzt wieder verstärkt auf Zinsprodukte
Sparpläne stabilisieren den Aktienfondsabsatz.
Foto: imago/Ulrich RothFrankfurt. Die lange Nullzinsphase in Europa hat viele deutsche Anleger in Aktien gelockt. Nun steigen die Zinsen wieder – und das bekommt die Fondsbranche zu spüren. Wie sich das Anlageverhalten der Kunden verändert, lässt sich am Beispiel der Deka illustrieren, des Fondsdienstleisters der Sparkassen.
Im ersten Halbjahr hat die Deka Fonds und Zertifikate im Umfang von 14,5 Milliarden Euro an Privatkunden verkauft, 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das war allerdings in erster Linie dem Zertifikate-Absatz zu verdanken, der sich mit knapp elf Milliarden Euro fast verdoppelte. Beim „weitaus größten Teil“ der Zertifikate handelt es sich der Deka zufolge um „einfache Zinsanleihen“.
Dieser Trend bei der Deka deckt sich mit Daten des Deutschen Derivate Verbands vom Mai: Das Marktvolumen von strukturierten Wertpapieren mit Zinsbezug ist bis dahin seit Jahresbeginn um etwa 60 Prozent gewachsen. Das Plus bei Aktienzertifikaten (etwa 15 Prozent) und Indexzertifikaten (etwa zwölf Prozent) hinkt deutlich hinterher.
Jenseits der Zertifikate tun sich die Anbieter schwerer. Beim Fondsgeschäft seien Privatkunden „zurückhaltender“ gewesen, schreibt die Deka. Der Nettoabsatz dort hat sich von 6,4 Milliarden auf 3,5 Milliarden Euro beinahe halbiert.