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ÜbernahmeLiontrust-Übernahme von Fondshaus GAM dürfte scheitern

Die Investorengruppe Newgame stellt sich gegen die Übernahme durch Liontrust und will GAM an der Börse lassen. Der Verwaltungsrat geht auf die Vorschläge der Investorengruppe ein. 24.08.2023 - 13:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das Fondshaus GAM hat seinen Hauptsitz in der Schweizer Finanzmetropole.

Foto: dpa

Zürich. Die britische Liontrust ist mit der geplanten Übernahme von GAM am Widerstand der Aktionäre des angeschlagenen Schweizer Fondshauses gescheitert. Gemäß dem Zwischenergebnis dienten nur rund 33,5 Prozent der GAM-Eigner ihre Anteile Liontrust an, wie die Gesellschaften am Donnerstag mitteilten.

Das entspricht der Hälfte der von Liontrust als Bedingung genannten Mindestannahmequote von zwei Dritteln. Falls das endgültige Ergebnis diese Schwelle nicht erreiche, „geht Liontrust derzeit davon aus, das Angebot am 29. August 2023 für nicht zustande gekommen zu erklären“, erklärten die Briten.

Das Ergebnis ist ein Sieg für eine Aktionärsgruppe um den französischen Milliardär Xavier Niel, die GAM sanieren will. „Das Scheitern des Angebots von Liontrust bedeutet, dass sich der Fokus nun auf den erfolgreichen Turnaround von GAM verlagern muss“, hieß es in einer Mitteilung der Investoren, die insgesamt 9,6 Prozent der GAM-Anteile kontrollieren.

Sie hätten mit GAM bereits Gespräche über eine angemessene Finanzierung und eine außerordentliche Generalversammlung zur Erneuerung des Verwaltungsrats aufgenommen. Über einen neuen Verwaltungsrat wollen die Investoren das Steuer bei GAM übernehmen.

Vontobel-Analyst Andreas Venditti mahnte zur Eile. „Angesichts der finanziellen Lage von GAM drängt die Zeit.“ GAM selbst hatte die Lage der Gesellschaft in der vergangenen Woche als existenzbedrohend dargestellt. Eine Kapitalzufuhr von über 100 Millionen Franken sei notwendig. Die Aktionärsgruppe machte einem Sprecher zufolge dagegen nur einen Bedarf von 25 bis 50 Millionen Franken aus.

„Wir sind enttäuscht“

Nach einem jahrelangen Kampf gegen Geldabflüsse warf sich GAM im Mai Liontrust in die Arme und willigte in eine Übernahme ein. Liontrust bot damals 107 Millionen Franken in eigenen Aktien. Angesichts des Liontrust-Kursverfalls verlor das Angebot dann aber deutlich an Wert.

Die Investorengruppe, zu der neben Niel auch der Vermögensverwalter Bruellan gehört, hielten das Angebot für zu niedrig. Die Gruppe will die Gesellschaft an der Börse lassen und stärker auf das Geschäft mit superreichen Privatkunden ausrichten. Aktionären, die aus GAM aussteigen möchten, will sie die Titel mit einer Prämie zur Liontrust-Offerte abkaufen.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. GAM stiegen um 3,9 Prozent. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge gehörten auch Hedgefonds zu den GAM-Aktionären, die Liontrust die kalte Schulter zeigten.

Liontrust kletterten gar über zehn Prozent, obwohl die Firma auf bis zu elf Millionen Pfund an Kosten in Zusammenhang mit der Transaktion etwa für Berater sitzen bleibt. „Wir sind enttäuscht, dass wir nicht die Unterstützung der Mehrheit der GAM-Aktionäre erhalten haben,“ erklärte Liontrust-Chef John Ions.

Der Zukauf hätte die Möglichkeit geboten, die strategischen Ziele schneller zu erreichen. Doch Liontrust wolle von ihrem Weg nicht abrücken; Vertrieb und Kundenbasis sollen ausgebaut und das Produktangebot verbreitert werden. Für GAM hofft Ions auf einen positiven Ausgang.

GAM erklärte, die Gesellschaft habe Gespräche mit der Investorengruppe aufgenommen, die sich auf eine kurzfristige Überbrückungsfinanzierung konzentrierten. Der GAM Verwaltungsrat sei zuversichtlich, dass in Kürze ein klarer Weg nach vorne eingeschlagen werde könne.

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