Umweltkatastrophe: Ministerpräsident: Mehr als 2000 Tote bei Unwetter in Libyen
In Libyen sind bei schweren Unwettern mutmaßlich über 2000 Menschen gestorben.
Foto: ReutersBengasi. Der Ministerpräsident einer der zwei rivalisierenden Regierungen in Libyen rechnet damit, dass die Überschwemmungen im Osten des Landes sogar mehr als 2000 Menschen das Leben gekostet haben. In einem Telefoninterview mit dem dem Fernsehsender Al-Massar sagte Ossama Hamad, es werde befürchtet, dass allein in der östlichen Stadt Darna 2000 Menschen ums Leben gekommen seien. Die Behörden hatten die Stadt zum Katastrophengebiet erklärt.
Nach Angaben verschiedener ärztlicher Quellen und von Rettungsdiensten wurden Dutzende Menschen noch vermisst. Die Armee teilte mit, unter den Vermissten seien auch sieben Soldaten.
Das Sturmtief Daniel setzte Teile der Städte Bengasi, Susse, Al Bayda, Al-Mardsch und Derna unter Wasser. In sozialen Netzwerken wurden Videos veröffentlicht, in denen Menschen zu sehen sind, die sich auf die Dächer ihrer Fahrzeuge vor den Fluten retteten und auf Hilfe warteten.
In der Küstenstadt stand das Wasser nach Augenzeugenberichten bis zu drei Meter hoch. Demnach waren Rettungsarbeiten im Gange.
Behörden haben den Ausnahmezustand ausgerufen und eine Ausgangssperre verhängt. Schulen und Geschäfte sind geschlossen. Die Vereinten Nationen teilten mit, sie würden Hilfsmaßnahmen vorbereiten.
Laut den Rettungsdiensten wurde vor allem der Nordosten getroffen. In der Stadt Derna war die Lage nach Angaben des Gemeinderats „außer Kontrolle“.
Dort sollen zwei Staudämme gebrochen sein. Rettungsmaßnahmen gestalteten sich nach Angaben des Notfalldiensts zum Teil schwierig. Man sei auf die Unterstützung von Hubschraubern angewiesen. Strom und Internetverbindung seien unterbrochen. Die betroffenen Regionen wurden zu „Katastrophengebieten“ erklärt.