Sicherheit: Multikrise zwingt deutsche Unternehmen zu mehr Notfallmanagement
Immer mehr Krisen setzen auch deutsche Firmenchefs und deren Mitarbeiter unter Stress.
Foto: IMAGO/Achille AbboudDüsseldorf. Direkt nach den ersten Meldungen über Angriffe der Hamas auf Israel rief das Management des Henkel-Konzerns den Krisenstab zusammen. Erstes Ziel: der Schutz des Personals vor Ort, rund 100 Beschäftigte. Das lokale Management bekam volle Entscheidungsfreiheit, darf agieren ohne vorherige Rücksprache mit der Zentrale.
Geld für Notfälle wurde bereitgestellt, auch nach Ersatzunterkünften suchte man bei Henkel – vorbeugend für jene Kolleginnen und Kollegen, deren Wohnungen bei Raketenangriffen der Hamas womöglich zerstört werden. „Wir sind erleichtert, dass unsere Kollegen und ihre Familien in Sicherheit sind. Aber natürlich ist das eine fürchterliche Situation für sie“, sagt Carsten Knobel, der Vorstandschef des Konsumgüterherstellers.
Das Beispiel zeigt: Große Unternehmen haben inzwischen eine gewisse Routine im Management von politischen oder gesellschaftlichen Krisen. Von denen gibt es seit einigen Jahren immer mehr in immer kürzeren Abständen. Auf die Coronapandemie folgte der Krieg in der Ukraine; im Sudan und in Niger hat sich die Lage zugespitzt. Und nun der Terrorangriff auf Israel.