Stahlbranche: Gewinnwarnung und Stellenabbau bei Klöckner & Co
Klöckner & Co kappt die Gewinnprognose und will Hunderte Stellen abbauen.
Foto: dpaDüsseldorf. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co will mit einem Stellenabbau Einbußen durch die maue Konjunktur und die gesunkenen Stahlpreise in Europa kontern. Im europäischen Stahlhandel würden rund 300 Jobs gestrichen, darunter etwa 80 in Deutschland, kündigte Vorstandschef Guido Kerkhoff am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal an.
Ziel sei es, damit ab 2024 eine jährliche Verbesserung des Ebitda um rund 25 Millionen Euro zu erreichen. Die negativen Effekte, etwa für Abfindungen und andere Maßnahmen, würden durch die Verkäufe von Grundstücken und Gebäuden weitgehend gedeckt.
Das im SDax gelistete Unternehmen handelt mit Stahl- und Stahlprodukten und beschäftigt an 160 Standorten in 13 Ländern insgesamt 7700 Menschen. Die Aktie legte am Dienstag zeitweise mehr als acht Prozent zu.
Gleichzeitig schickte das Unternehmen eine Gewinnwarnung mit: Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und wesentlichen Sondereffekten (bereinigtes Ebitda) dürfte 2023 lediglich 170 bis 200 Millionen Euro betragen, statt wie geplant 220 bis 280 Millionen. Der Aktienkurs des Konzerns, schon im Tageshandel unter Druck, fiel nachbörslich um rund zehn Prozent.
Durch die nun angekündigten Sparmaßnahmen soll der bereinigte operative Gewinn ab dem Jahr 2024 rund 25 Millionen Euro höher ausfallen. Beginnen sollen die Kürzungen noch im laufenden Jahr.
Im dritten Quartal erzielte Klöckner & Co. einen bereinigten operativen Gewinn von 41 Millionen Euro nach 16 Millionen ein Jahr zuvor. Den Anstieg begründete der Konzern mit einer weiterhin positiven Entwicklung in Nordamerika und der Schweiz.
Allerdings lag das Ergebnis am unteren Ende der Prognosespanne - Klöckner hatte 40 bis 80 Millionen in Aussicht gestellt. Die übrigen Geschäftsergebnisse des dritten Quartals will Klöckner wie geplant an diesem Dienstag (31. Oktober) bekanntgeben.