Open Ran: So will ein japanischer Milliardär den Mobilfunk revolutionieren
Hiroshi Mikitani (M.), 1&1-Chef Ralph Dommermuth (l.), Telekom-Chef Timotheus Höttges: Hohe Einsparungen und Datenübertragung „mit nahezu Lichtgeschwindigkeit“.
Foto: Dpa, Getty Images (2), Michael EngelertHamburg, Montabaur. Hiroshi Mikitani ist ein Unternehmer mit ungewöhnlicher Mission. Der Milliardär und Gründer des japanischen Technologiekonzerns Rakuten will eine oft übersehene, aber wesentliche Infrastruktur der digitalen Moderne revolutionieren: die Mobilfunknetze.
Mithilfe der sogenannten Open-Ran-Technologie will Mikitani sie einfacher, schneller und günstiger machen. Er glaubt an eine einträgliche Wette: Für den neuen, offenen Standard rechnet Mikitani mit einem Marktvolumen von weltweit bis zu 150 Milliarden US-Dollar.
Und in Deutschland soll es beginnen. Am 8. Dezember will der Mobilfunkanbieter 1&1 sein neues 5G-Netz für Smartphones freischalten. Es wird die erste reine Open-Ran-Infrastruktur Europas sein, aufgebaut von Rakuten. 1&1 sieht in dem technologischen Experiment viel Potenzial: Open Ran sei „die spannendste Technologie“, die ihm in seiner Laufbahn begegnet sei, sagt Michael Martin, der als Mobilfunkchef im 1&1-Vorstand für den Netzaufbau zuständig ist.
Handynetze sind einer der wichtigsten Wegbereiter für die Technologien der Zukunft. Sie übertragen immer größere Datenmengen, sollen Autos wie Fabriken vernetzen. Ihr zuverlässiger Betrieb ist gar eine Frage der nationalen Sicherheit, wie die Debatte über den Einsatz von Huawei-Funktechnik zeigt.