Infrastruktur: Wie widerstandsfähig ist das Energiesystem der Ukraine im Winter?
Die Russen greifen jeden Tag zivile Infrastruktur an, und der Energiesektor bleibt im Visier.
Foto: dpaWien. Lange zeigte sich der Herbst in der Ukraine mild. Die Ingenieurinnen und Techniker der Energieversorger konnten die geschenkte Zeit gut gebrauchen: Sie mussten nicht nur die Schäden des vergangenen Winters beheben, sondern sich auch vorbereiten.
Nun, da die ersten Schneeflocken fallen, fragen sie sich, ob das gereicht hat. Denn Moskau wird kaum darauf verzichten, in der kalten Jahreszeit erneut eine Welle des Raketenterrors loszutreten.
Die Russen greifen jeden Tag zivile Infrastruktur an, und der Energiesektor bleibt im Visier. Doch die Heftigkeit der Attacken ist nicht mit jenen ab Oktober 2022 bis in den Frühling hinein vergleichbar. Hunderte von Raketen- und Drohnenangriffen zogen laut offiziellen Angaben 60 Prozent der Stromerzeugung in Mitleidenschaft. Die Uno schätzt die Schäden auf umgerechnet etwa neun Milliarden Euro.
Obschon im vergangenen Jahr jeder Ukrainer im Hinterland 35 Tage ohne Strom verbrachte, häufig auch ohne Wasser, blickt die Bevölkerung recht entspannt auf den Winter: Laut einer jüngst durchgeführten Umfrage bereitet sich nur etwas mehr als ein Viertel aktiv auf Engpässe vor. Schlimmer als 2022, so die verbreitete Überzeugung, kann es nicht werden.