Avateramedical: Wird das Medizinrobotik-Start-up gerettet?
Das Medizinrobotik-Start-up Avateramedical ist insolvent.
Foto: avateramedicalKöln. Sie habe schon viele skurrile Verfahren erlebt, sagte Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs gegenüber Handelsblatt Inside. Aber das Verfahren um Avateramedical sei von einer Dynamik des Ein- und Ausstiegs von Kaufinteressenten geprägt, die ihresgleichen suche. Das Unternehmen ist insolvent und sucht einen Käufer.
Avateramedical entwickelt ein System für die robotergestützte minimalinvasive Chirurgie. Ex-Continental-Chef Hubertus von Grünberg und Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Leipzig, gründeten das Unternehmen 2011. In der Folgezeit kamen Investoren hinzu. So investierte etwa der Unternehmer Lars Windhorst mit seiner Tennor Holding mindestens 250 Millionen Euro in das Start-up.
Die Entwicklung der Technologie dauerte jedoch deutlich länger als erwartet. In einem Interview mit dem Handelsblatt gab von Grünberg 2019 das Ziel aus, bis 2022 rund 250 Systeme verkaufen zu wollen. Seine Prognose erfüllte sich nicht. Im Jahr 2023 wurde der Roboter gerade einmal in fünf Kliniken pilotiert.
Im Sommer ging dem Unternehmen dann das Geld aus und es meldete Insolvenz in Eigenverwaltung an. Allerdings fand das Management keine Lösung für die eigenen Zahlungsschwierigkeiten. Deshalb eröffnete das zuständige Amtsgericht Erfurt Anfang Oktober das Regelinsolvenzverfahren und bestellte Kappel-Gnirs zur Insolvenzverwalterin.