Tiefe Geothermie: Welche Potenziale und Risiken in der Technologie stecken
Tiefe Geothermie soll dazu beitragen, das Berliner Behrensufer-Quartier autark mit grüner Energie zu versorgen.
(Foto: DIE-AG)
Foto: HandelsblattWie wertvoll der Schatz tief unter dem Berliner Entwicklungsprojekt Behrensufer ist, weiß derzeit niemand ganz genau. Trotzdem spornt schon der Gedanke daran manche an, sich intensiv damit zu beschäftigen. Denn er könnte dazu beitragen, das Quartier und bestenfalls viele weitere Haushalte wetterunabhängig und klimaneutral mit Wärme und Strom zu versorgen.
Die Rede ist von tiefer Geothermie, die am Behrensufer fürs Heizen und die Stromerzeugung genutzt werden soll. Nicht nur dort, sondern in ganz Deutschland hat die Wärme tief aus der Erde das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende zu leisten: 25 Prozent des gesamten Wärmebedarfs könnten mit ihrer Hilfe gedeckt werden, heißt es in einer Analyse von sechs Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft. Bisher wird nur ein kleiner Teil davon genutzt.
Das Geothermie-Projekt am Behrensufer will die DIE – Deutsche Immobilien Entwicklungs AG umsetzen. Nach den Plänen des Projektentwicklers soll sich das 235.000 Quadratmeter große Gewerbequartier mit bis zu 12.000 Arbeitsplätzen komplett mit vor Ort produzierter grüner Energie versorgen. Um die Autarkie zu erreichen, soll neben Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Eisspeicher auch die tiefe Geothermie zum Einsatz kommen. Dafür muss 4000 bis 5000 Meter tief in die Erde gebohrt werden. Die Experten der DIE-AG erwarten dort Temperaturen von ungefähr 95 bis 140 Grad, die sie für die Wärme- und Stromgewinnung nutzen wollen.