Notfall: Telenotarzt-Modell macht Schule
In Zukunft könnte statt des Telenotarztes eine Künstliche Intelligenz das Notfallteam beraten.
Foto: dpaKöln. Hanna Schröder ist Notärztin und weiß, was es heißt, zu einem schwierigen Einsatzort wie beispielsweise einem Verkehrsunfall zu fahren. Sie arbeitet aber auch als Telenotärztin. Dann sitzt die Oberärztin der Uniklinik RWTH Aachen in einer entsprechend ausgestatteten Einsatzzentrale und berät die Notfallsanitäter aus der Ferne. Durch spezielle Technik können alle Vitaldaten des Patienten übertragen werden, von der Sauerstoffsättigung über den Blutdruck bis hin zu EKG-Daten.
„In dem Job als Telenotärztin ist mehr Multitasking gefordert“, sagt sie. „Als Notärztin am Unfallort hat man einen Patienten und eine Aufgabe. Als Telenotärztin betreue ich manchmal fünf Patienten gleichzeitig.“
Als Forschungsprojekt der RWTH Aachen im Jahr 2007 gestartet, gibt es mittlerweile in vielen Bundesländern Telenotarztprojekte. Jüngstes Beispiel: Das Bundesland Bayern hat sich für den Aufbau eines landesweiten Systems entschieden und jetzt den Auftrag für den Roll-out der Systemtechnik vergeben.
Corpuls wächst um durchschnittlich 19 Prozent
Den Zuschlag erhielt die Firma Corpuls, wie das zuständige Bayerische Staatsministerium dem Handelsblatt mitteilte. Das auf Notfalltechnik spezialisierte Unternehmen aus Kaufering bei München verzeichnet bereits seit mehreren Jahren hohe Wachstumszahlen. „Wir hatten in den letzten Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 19 Prozent“, sagte Michael Heller, Chief Strategy Officer (CSO) und Mitglied der Geschäftsführung von Corpuls, dem Handelsblatt.