Eigene Apps: Darum bleibt Pharma bei DiGA zögerlich
Pharmaunternehmen sind bisher meist Vertriebspartnerschaften mit Start-ups eingegangen, um sich dem Markt der digitalen Gesundheitsanwendungen zu nähern.
Foto: HandelsblattMünchen. Als 2019 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) durch das Digitale-Versorgung-Gesetz an den Start gingen, änderte das nicht nur den Markt für Start-ups. Auch Pharmaunternehmen liebäugelten mit der Idee, eine eigene App auf den Markt zu bringen, die als DiGA von Krankenkassen bezahlt wird. 2021 verkündete beispielsweise der Pharmakonzern Sanofi, dass er die Diabetes-DiGA myDose Coach entwickle. Neben Kooperationen mit DiGA-Herstellern eine attraktive Ergänzung für einige Konzerne – zumindest damals.
Die DiGA-Projekte der Pharmaunternehmen waren eine Reaktion auf die damalige Gesetzgebung, sagen Brancheninsider. Seither habe sich aber kaum etwas getan. Pharmakonzerne setzen eher auf Kooperationen mit DiGA-Herstellern und weniger auf die Entwicklung eigener DiGA, die letztlich auf den deutschen Markt beschränkt ist. Torsten Christann, Berater bei Digital Oxygen, erkennt drei Gründe, weshalb Pharmaunternehmen Kooperationen mit DiGA-Herstellern eingehen.
DiGA sind gut fürs Markenimage
Monetäre Gründe seien nicht vordergründig, denn DiGA würden nur indirekt Umsatz generieren, sagt Christann. Für Pharmaunternehmen sei es aber immer schwieriger, persönlichen Zugang zu Ärzten zu bekommen. Denn Ärzte würden mittlerweile die Besuchszeiten des Außendiensts einschränken. „Die DiGA ist etwas Innovatives und erleichtert Vertriebsmitarbeitern, einen Termin mit einem Arzt zu bekommen“ sagt Christann.